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Hebammenarbeit

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Was machen eigentlich Hebammen?

Hebammenarbeit

Seit Jahrhunderten leisten Hebammen mit ihrem Wissen und Können Schwangeren, jungen Müttern und Familien Beistand. Sie sind die Fachfrauen rund um die Schwangerschaft, Geburt und das Wochenbett. Grundlagen ihrer Arbeit sind das Hebammengesetz, die Mutterschaftsrichtlinien und die jeweiligen Berufsordnungen der Länder.

Laut Hebammengesetz kann eine Hebamme eine normal verlaufende Geburt alleine leiten. Ein Arzt dagegen darf eine Frau nur in Notfällen ohne eine Hebamme entbinden. Diese Hinzuziehungspflicht gibt es nur in Deutschland. Sie gilt übrigens auch bei einem Kaiserschnitt.

Etwa 98 Prozent aller Geburten finden in Kliniken statt. Gut 20 Prozent davon werden von freiberuflichen Hebammen (im Belegsystem) begleitet.

Betreuung in der Schwangerschaft

Hebammen unterstützen und beraten werdende Mütter und Väter bereits in der Schwangerschaft. Sie können eine Schwangerschaft feststellen und den Mutterpass ausstellen. Wenn keine Risikoschwangerschaft vorliegt und die Schwangere gesund ist, können Hebammen fast alle im Mutterpass vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen durchführen. Sie nehmen sich die Zeit, um herauszufinden, wie es der werdenden Mutter und dem Kind geht. Sie kontrollieren das Gewicht und den Blutdruck, stellen die Lage und die Größe des Kindes fest und prüfen, ob die Herztöne in Ordnung sind. Außerdem untersuchen sie regelmäßig den Urin- und das Blut. Nur Ultraschalluntersuchungen sind Ärztinnen oder Ärzten vorbehalten.

Auch bei Schwangerschaftsbeschwerden und Vorwehen helfen die Hebammen, z.B. wenn sich die Frauen unwohl fühlen oder Schmerzen haben. Auch der Verdacht auf vorzeitige Wehen, Blasensprung oder Geburtsbeginn sind Gründe für Hebammenhilfe. Daneben bieten Hebammen verschiedene geburtsvorbereitende Kurse an.

Geburtshilfe

Hebammen begleiten Geburten im Krankenhaus, im Geburtshaus und zuhause. Manche Kliniken bieten die Möglichkeit der Begleitung durch eine Beleghebamme ihrer Wahl an. Beleghebammen arbeiten wie die Hebammen in der außerklinischen Geburtshilfe freiberuflich. Das heißt sie rechnen ihre Leistungen direkt mit den Krankenkassen ab. Aber auch die in einer Klinik angestellten Hebammen sind meistens zusätzlich noch freiberuflich tätig, zum Beispiel in der Wochenbettbetreuung oder mit Kursen. Alle freiberuflichen Hebammen sind von den exorbitant steigenden Berufshaftpflichtversicherungsprämien betroffen. Geschätzt 70 Prozent aller Hebammen arbeiten (auch) freiberuflich.

Die angestellten Hebammen in den Kliniken leiden vor allem unter der Personalverknappung, Arbeitsverdichtung und der Zunahme von Dokumentationspflichten in den Krankenhäusern. So muss eine Hebamme mitunter drei Geburten parallel betreuen. Denn auch in den Krankenhäusern gilt: Gut ist, was sich rechnet. Wenn also viele Geburten mit möglichst wenig Personal abgewickelt werden können, freut dies den Klinikbetreiber. Einträglich sind außerdem auch Kaiserschnitt- und Frühgeburten. Diese falschen Anreize schaden Mutter und Kind genauso wie den Hebammen, die so nicht arbeiten möchten. Rund 70 Prozent aller angestellten Hebammen sind in Teilzeit in der Klinik tätig.

Frauen brauchen und Hebammen fordern eine kompetente, professionelle und kontinuierliche Unterstützung während der Geburt, um sowohl sicher als auch selbstbestimmt und individuell gebären zu können. Sicherheit und Qualität in der medizinischen Versorgung fordert auch die Politik – doch Qualität in diesem Bereich braucht vor allem Personal und Zeit. Um jederzeit die Unterstützung und Hilfe zu bekommen, die sich jede einzelne Frau zum Kinderkriegen wünscht, und die ihr auch zusteht, muss auch in Kliniken eine individuelle Geburtsbegleitung möglich sein – das heißt, eine Hebamme ist für eine Frau da (1:1-Betreuung). Technik allein kann die Zuwendung, die Mut machenden Worte und vor allem den kompetenten und wachen Blick einer Hebamme nicht ersetzen: Frauen brauchen Hebammen – heute mehr denn je.

Wochenbett

Eine Geburt bedeutet große körperliche und seelische Veränderungen für die Frauen und Familien. In dieser Zeit stehen Hebammen vor allem den Müttern zur Seite. Sie sprechen mit ihnen über die Geburt und die ersten Erfahrungen mit dem Kind und helfen den Frauen dadurch, in ihre Rolle als Mutter hineinzuwachsen.  Neben der Klärung medizinischer Fragen geht es in den ersten Lebenstagen vor allem darum, dass Mutter und Kind eine gute Beziehung zueinander aufbauen (Bonding). Der psychosoziale Aspekt spielt eine wesentliche Rolle. Die Hebamme beobachtet außerdem die Rückbildungs- und Abheilungsvorgänge, unterstützt das Stillen und gibt Hilfestellung bei Schwierigkeiten.

Auch in Krisensituationen können Hebammen unterstützen: Bei Bedarf vermitteln sie den Kontakt zu Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Ärzte und Psychologen. Das gilt insbesondere, wenn ein Kind krank oder tot geboren wird oder nach Geburt stirbt.

Familienhebammen

Familienhebammen sind Hebammen mit einer Zusatzqualifikation. Ihr Einsatz ist überall da sinnvoll, wo Mütter eine verstärkte Hilfestellung im alltäglichen Umgang mit ihren Kindern brauchen.

Deshalb richtet sich das Angebot besonders an Teenagermütter, Familien mit Migrationshintergrund, Frauen/Partner mit psychischen Belastungen oder Suchtproblematik sowie an chronisch kranke Frauen und an Frauen mit Gewalterfahrungen. Das Betreuungsangebot reicht bis zum Ende des ersten Lebensjahres der Kinder.

Familienhebammen werden zurzeit oft im Rahmen des Aktionsprogramms „Frühe Hilfen“ eingesetzt. Die Rolle und Rechtssituation der Familienhebammen ist dabei ungeklärt. Da Hebammen bei den Frauen und Familien eine besondere Vertrauensposition besitzen, ist die Anbindung vieler Familienhebammen an das Jugendamt problematisch. In den „Frühen Hilfen“ ist Netzwerkarbeit sehr wichtig, aber es braucht eine klare Rollendefinition der beteiligten Professionen. Denn auch eine Familienhebamme ist in erster Linie Hebamme.

Den Wert der Hebammenarbeit vor, während und nach der Geburt erläutert auch unser Argumentarium zum Download.

 
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