Menü

Ziele

Headermotiv "Unsere Hebammen"
 
Newsletter bestellen

Wir fordern: Ausreichende Versorgung für Familien und bessere Politik für Hebammen!

Alle Frauen in Deutschland haben das Recht auf Hebammenhilfe – von der Feststellung der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit. Eine Hebamme ist die maßgebliche Expertin in allen Phasen und per Gesetz bei jeder Geburt dabei.
Der DHV setzt sich dafür ein, dass eine Versorgung von Schwangeren und jungen Familien mit Hebammenhilfe jederzeit gewährleistet ist. Dafür ist es unbedingt notwendig, die Rahmenbedingungen der Hebammenarbeit zu verbessern, die Versorgung mit Hebammenleistungen umfassender zu planen und abzusichern sowie die Akademisierung des Hebammenberufes entsprechend den EU-Vorgaben umzusetzen. Von der Politik auf Bundes- und Landesebene fordern wir entsprechende, deutliche Maßnahmen.

1 Neue Versorgungsformen und ambulante Hebammenhilfe

Der DHV fordert die flächendeckende Grundversorgung von Schwangeren und ihren Kindern. Gesunde Schwangere sollen wohnortnah versorgt werden können. Dafür sollen Modellprojekte gefördert werden, z. B. Geburtshäuser, Hebammenzentren oder hebammengeleitete Kreißsäle. Für ambulante Hebammenversorgung sind zudem gesetzliche Vorgaben und in strukturschwachen Regionen finanzielle Förderungen notwendig.
Warum? Allein seit 2015 wurden über 50 Kliniken und/oder Geburtsabteilungen in Deutschland ersatzlos geschlossen. Schwangere müssen teils weite Wege in Kauf nehmen. Außerklinische Versorgung am Wohnort, die das teilweise ausgleicht, können Hebammen jedoch nur anbieten, wenn die Finanzierung der hohen Betriebskosten gewährleistet ist.

2 Nationaler Aktionsplan zur Förderung normaler Geburten

Der DHV fordert einen nationalen Aktionsplan zur Förderung der physiologischen Geburt. Dazu gehört auch die Forschung über die Spätfolgen medizinisch nicht notwendiger Eingriffe sowie über Folgekosten für die gesetzlichen Krankenversicherungen.
Warum? In Deutschland werden zu häufige Geburtseinleitungen und etwa dreimal so viele Kaiserschnitte durchgeführt, wie die Weltgesundheitsorganisation für notwendig hält. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass mehr Hebammenhilfe zu weniger Interventionen führt.

 

3 Realistische Personalplanung in Krankenhäusern

Der DHV fordert ein Instrument zur Personalbemessung für die klinische Geburtshilfe. Dieses soll den tatsächlichen Bedarf an Hebammenversorgung abbilden. Ein Eins-zu-eins-Betreuungsschlüssel, also eine Hebamme für eine Gebärende, soll zum Standard werden.
Warum? In vielen Kliniken wird mit viel zu wenig Personal im Kreißsaal gearbeitet. Die Qualität der Geburtshilfe kann aber nur durch ausreichende Betreuung gewährleistet werden.

 

4 Neubewertung der Abrechnungspauschalen für die Geburtshilfe

Der DHV fordert veränderte Abrechnungspauschalen (G-DRG) in der Geburtshilfe. Sie sollen einen Anreiz für eine physiologische Geburt (also spontan und ohne fremdes Eingreifen) bieten. Die erforderliche und geleistete Hebammenbetreuung muss dabei berücksichtigt werden.
Warum? Spontangeburten dauern unterschiedlich lange und bedürfen individueller, intensiver Betreuung. Der Personalaufwand dafür ist hoch, wird derzeit aber nicht leistungsgerecht abgebildet. Das kann zu finanziellen Problemen für die Kliniken führen.

 

5 Nachhaltige Lösung der Haftpflichtproblematik

Der DHV fordert eine tragfähige und zukunftssichere Lösung der Haftpflichtproblematik, z. B. einen Haftungsfonds und eine Haftungshöchstgrenze für Hebammen.
Warum? Die Haftpflichtprämien steigen weiter unvermindert an, allein 2018 um erneute 7 Prozent für freiberufliche Hebammen. Eine Auswahl an Versicherungsangeboten gibt es nicht. Trotz Sicherstellungszuschlag bleibt ein Selbstbehalt für die Hebammen, der mit jeder Prämienerhöhung steigt.

 

6 Einsatz von Hebammen entsprechend ihrer Kompetenzen

Der DHV fordert, die Kompetenzen von Hebammen in Kliniken besser zu nutzen. Ärztinnen und Ärzte sollten nur bei Abweichungen vom physiologischen Verlauf hinzugezogen werden.
Warum? Hebammen sind Expertinnen in der Versorgung während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Sie können dank ihrer Ausbildung ohne ärztliche Anweisungen arbeiten. In anderen europäischen Ländern sind sie daher längst Hauptansprechpartnerinnen in der Geburtshilfe.

7 Einheitliche Standards und gebündelte Zuständigkeiten

Der DHV fordert fachübergreifende Expertenstandards (z.B. Leitlinien auf S3-Niveau) zur Förderung von Spontangeburten und eine zentrale Stelle im Bundesgesundheitsministerium, in der die Zuständigkeiten gebündelt werden.
Warum? Die qualitätsvolle Geburtshilfe in Deutschland benötigt Leitlinien, die sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren. Außerdem muss sie sich darauf verlassen können, dass bereits bestehende Standards auch angewandt werden.

 

8 Regelmässige Statistiken zur Hebammenversorgung

Der DHV fordert eine bundeseinheitliche Statistik über die Versorgung mit Hebammenhilfe. Außerdem halten wir ein Gutachten des Sachverständigenrats zur Personalentwicklung im Gesundheitswesen für sehr wichtig.
Warum? Ohne verlässliche Daten fehlt ein Überblick, ob allen werdenden Müttern und Familien wohnortnah eine Hebamme zur Verfügung steht. Diesen brauchen wir aber, um Mangelversorgung schnell zu erkennen und wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

9 Akademisierung des Hebammenberufs

Der DHV fordert gesetzliche Übergangsregelungen, um bereits ausgebildeten Hebammen den Zugang zu einem akademischen Grad bzw. in die hochschulische Lehre zu erleichtern. Außerdem muss unverzüglich mit den notwendigen Gesetzesänderungen zur Umstrukturierung der Lehre begonnen werden.
Warum? Bis Januar 2020 muss die Bundesregierung die Hebammenausbildung in Deutschland an die gültige EU-Richtlinie anpassen. Damit wird in Deutschland zum ersten Mal ein Gesundheitsberuf, der bisher an Berufsfachschulen ausgebildet wurde, an die Hochschulen/Universitäten überführt. In den Bundesländern sind dafür nun schnelle Maßnahmen notwendig, damit Hebammenabsolventinnen nicht weiterhin Nachteile gegenüber Kolleginnen aus der EU erfahren.

 

10 Finanzierung der praktischen Ausbildung

Der DHV fordert einen gesetzlichen Finanzierungsrahmen der praktischen Hebammenausbildung. Dieser soll auch für außerklinisch tätige Hebammen und hebammengeleitete Einrichtungen gelten und über den Ausbildungsfonds des Krankenhausfinanzierungsgesetzes geregelt werden.
Warum? Hebammen und andere Gesundheitsberufe müssen, auch im Rahmen eines Studiums, einen hohen praktischen Ausbildungsteil absolvieren – innerhalb und außerhalb der Klinik. Dies muss über eine ausreichende Finanzierung abgesichert sein.

 

MediensponsorenLogo dm DrogeriemärkteLogo WeledaLogo Fachverband Außenwerbung
Sponsoren NachwuchskampagneLogo PenatenLogo Johnson + Johnson