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Zuhause geboren

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Für Hebammen

#zuhausegeboren –
Wie war Ihre Hausgeburt?

Frauen haben die Wahl, ihr Kind in einem Krankenhaus, Geburtshaus oder zuhause zu gebären. Dieses Wahlrecht droht jetzt eingeschränkt zu werden, weil die Krankenkassen verbindliche und nicht wissenschaflich belegte Ausschlusskriterien für Hausgeburten festlegen wollen. Sie wollen Geburten nicht mehr bezahlen, wenn zum Beispiel der errechnete Geburtstermin um ein paar Tage überschritten ist. Dadurch wird nicht nur die Wahlfreiheit der Frauen, sondern auch die Berufsausübung der Hebammen massiv eingeschränkt. Zahlreiche Menschen haben bei ihren Krankenkassen mit Briefen, einer Petition und unter dem Hashtag #meineGeburtmeineEntscheidung dagegen protestiert. Bislang leider ohne Erfolg! Hebammen und die Frauen treffen verantwortungsbewusste Entscheidungen.

Helfen Sie uns, das zu zeigen. Erzählen Sie uns die Geschichte Ihrer Hausgeburt! Sie können auch ohne Foto und anonym berichten.

 
Fee Minatti
 
Fee Minatti , Hamburg

Meine Geschichte handelt von 2 1/2 Hausgeburten. Als ich schwanger wurde und zum Arzt ging, wurde als erstes und ohne Aufklärung mein Bauch geschallt. Was mir damals auch gefiel, immer hin hatte ich so das kleine Würmchen zum ersten mal sehen können und die Schwangerschaft fühlte sich wirklich an. Schnell musste es dann gehen, hatte ich von meinen Freundinnen gehört, wenn man noch eine Hebamme finden wollte. Zum Glück landete ich auf Anhieb einen Volltreffer im Hebammenhaus Dresden. Dort fühlte ich mich bestens Aufgehoben und wurde zu allen Untersuchungen aufgeklärt und beraten.
Da ich selbst auf Wunsch meiner Mutter zu Hause geboren wurde, damals vor 26 Jahren, stand für mich schnell fest, dass es eine außerklinische Geburt werden solle. Für meinen Partner war es jedoch eine schönere Vorstellung ins Geburtshaus zu gehen. Das war mir ganz recht. Schlussendlich kam dann doch alles anders und wir sind zu Hause geblieben. Dort konnte ich trotz Blasensprung und lang anhaltender Wehen meinen ersten Sohn auf die Welt bringen und das Gefühl im eigenen Bett zu sein und von niemandem gestört zu werden sonder sich einfach von dem Baby und Geschehnis überwältigen zu lassen ist unbeschreiblich.
Die zweite Schwangerschaft verlief ebenso unproblematisch wie die erste so dass klar war für uns, dieß mal bleiben wir gleich zu Hause, wenn nix dagegen spricht. So kam es auch. Der große Sohn schlief, die wunderbare Hebamme kam zu später Stunde und ich konnte die Geburt absolut selbst bestimmen. Auch der zweite Knirps kam wunderbar gesund und munter zur Hause zur Welt. Dann wachte der große auf und wir kuschelten nachts kurz zu viert. Unbeschreiblich. Leider wollte die Plazenta sich nicht lösen, so dass wir dann doch noch ins Krankenhaus rauschen musste. Ich bin den Ärzten sehr dankbar, dass sie mir halfen und fühle mich im Dresdner Diakonissen Krankenhaus gut aufgehoben.
Trotz der Komplikationen und halben Geburt im Krankenhaus würde ich alles sofort wieder so machen und finde es gibt für den Start ins Familienleben neben der Familie selbst nichts wichtigeres als eine Hebamme, der man vertrauen kann. Ich bin unseren Hebammen für immer dankend verbunden, sie haben zum Wunder unserer Geburten maßgeblich großteils beobachtend mit beigetragen.

 
Miriam , Dresden

Meine beiden großen Kinder sind in einem wundervollen Geburtshaus zur Welt gekommen. Meine Geburten verliefen schnell und verhältnismäßig schmerzlos. Die Hebammen staunten immer wieder darüber und freuten sich mit uns.

Da unser drittes Kind, wie die beiden anderen, ein Winterkind wurde, überlegte ich mir, das Kind zu Hause zu bekommen. Zumal wir immer eine Anfahrt von einer halben Stunde hatten... Außerdem fand ich es bei der zweiten Geburt unangenehm schon 2 Stunden nach der Geburt eine halbe Stunde nach Hause fahren zu müssen.

Nach der unkomplizierten Geburt unseres Dritten konnte ich mich also gleich in unser Bett legen und das Kind genießen. Es dauerte nicht lange und die beiden Großen wurden wach. Und schließlich konnten wir alle 5 gemeinsam den Morgen im elterlichen Bett begrüßen. Es war einfach nur schön!!!!

Drei Jahre später machte sich unser viertes Kind auf den Weg. Auch hier war mir klar, dass die Hebamme, die schon bei den drei anderen Geburten dabei war, uns wieder begleiten sollte. Und auch dieses Mal ging alles ganz schnell-viel schneller als auch die Hebamme erwartet hatte. Unsere Tochter kam mitten am Tag auf die Welt - kurz bevor unsere drei Großen vom Kindergarten nach Hause kamen.

Ein weiterer schöner Nebeneffekt ist, dass wir uns nicht um eine Kinderbetreuung für die Großen kümmern mussten.


Alle meine 4 Geburten waren ein Segen. Und meine Hebamme selbst auszuwählen, sie zu mir nach Hause einzuladen und mich jederzeit unterstützt zu wissen, hat mir sehr gut getan. Und zu wissen, dass sie mich kennt, war auch eine Wohltat.

Ich wünsche mir von Herzen, dass auch meine Kinder das Geschenk erleben können, die Geburtsorte und Hebamme selbst wählen zu können. Ganz so, wie es ihnen gefällt und gut tut.

 
Kathrin , Osnabrück

Unsere erste Tochter wurde ganz entspannt und wunderschön Zuhause geboren. Es war ein wunderschönes Erlebnis! Wir hatten alle Zeit der Welt. Unsere Hebamme hat uns das letzte Stück begleitet, hat uns aber unseren Weg finden und gehen lassen - sie hat zu keinem Zeitpunkt störend eingegriffen.
Nachdem unsere Tochter dann morgens auf der Welt war, haben wir bei Sonnenschein zusammen gefrühstückt und nachdem unsere Hebamme gegangen war, zusammen auf dem Sofa gelegen und die ersten gemeinsamen Stunden genossen.
Diese Momente werden unvergesslich bleiben! Das war unsere Zeit - ganz für uns alleine und ohne dass uns irgendjemand oder irgendwas störte!

Wir fühlten uns zu jedem Zeitpunkt sicher und gut aufgehoben. Es war vereinbart, das, sobald einer von uns - mein Mann, die Hebamme oder ich ein schlechtes Gefühl, Angst oder ähnliches bekommen würde, wir sofort in die Klinik fahren würden.
Aber zu keinem Zeitpunkt hatten wir irgendwelche Zweifel. Wir waren uns alle absolut sicher, dass alles gut werden würden und sich unsere Tochter - gemeinsam mit mir - ihren Weg suchen würde.

Es war ein wunderschönes Erlebnis - eines, dass jeder Familie ermöglicht werden sollte.

Unser zweites Kind wurde ebenfalls zuhause geboren - in der 12 SSW.
Wir wussten bereits einige Zeit vorher, dass es nicht mehr lebte und es somit zu einer Fehlgeburt kommen würde. Die Gynäkologin, die dieses feststellte, überwies mich direkt in die Klinik. Nach Rücksprache mit meiner Hebamme und einer Zweitmeinung durch eine weitere Gynäkologin, entscheiden wir uns abzuwarten und den Dingen ihren Lauf zu lassen.
In unserem Fall die richtige Entscheidung. Nach einigen Tagen machte sich unser Kind auf den Weg und auch diesmal erlebten wir eine schöne Hausgeburt. Auch dieses Kind wurde Zuhause, in aller Ruhe und irgendwas Störendes geboren. So konnten mein Mann und ich es in aller Ruhe in Empfang nehmen und uns gleichzeitig in aller Ruhe von ihm verabschieden.
Somit hatte auch dieses traurige Erlebnis eine friedvolles Ende - wir konnten unseren Frieden mit dieser Schwangerschaft und der Fehlgeburt machen.

Diese Entscheidungsfreiheit - sowohl bei einer "normalen" Geburt, wie auch bei einer Fehlgeburt sollten alle Frauen und Ihre Familien haben! Wir sind "frau" genug, können uns selber ausreichend informieren und haben sehr gut ausgebildete Hebammen - diese Entscheidung muss und darf uns keiner abnehmen!
Es ist schon bemerkenswert, dass selbst im europäischen Ausland - Niederlande, Skandinavien, etc. Geburten anscheinend so viel risikoärmer sind, dass sie dort "routinemäßig" Zuhause stattfinden können - warum in Deutschland nicht?

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Almut , Bonn

Unsere Tochter Pia wurde bei uns zu Hause geboren. Eine Hausgeburt oder eine Geburt im Geburtshaus hatte ich mir im Vorfeld nicht zugetraut. Beim ersten Kind weiß man ja nicht was da auf einen zukommt. Die Möglichkeit von Schmerz erleichternden Maßnahmen, wie es so schön heißt, wollte ich nicht komplett ausschließen. Wir hatten das Glück einen Betreuungsplatz bei zwei wunderbaren Beleghebammen zu bekommen, die auch Hausgeburten betreuen und auch bei geplanten Klinikgeburten zunächst zu einem nach Hause kommen. Der eigentliche Plan war möglichst lange zu Hause in der vertrauten Umgebung bleiben und anschließend für die eigentliche Geburt gemeinsam in die Klinik zu fahren. Aber, wie gesagt, beim ersten Kind weiß man nicht was auf einen zukommt. Die Wehen waren von Anfang in relativ kurzen Abständen und für mich in der Badewanne am besten auszuhalten. Als unsere Hebamme meinte wir müssten langsam mal los konnte ich mir die Autofahrt nicht mehr vorstellen. Außerdem hatte ich Angst, dass die ungewohnte Klinikumgebung, das fremde Klinikpersonal, sowie die medizinischen Untersuchungen die natürliche Geburt stören und verzögern würden. Da unsere Hebamme nur meine „kein Problem dann bleiben wir hier“ war ich sehr erleichtert. So wurde Pia in unserer Badewanne geboren. Im Nachhinein wurden wir von vielen gefragt „hattet ihr keine Angst?“ oder „danach seid ihr dann aber in die Klinik oder?“ Wozu? Pia ging es gut und die U1 kann auch eine Hebamme durchführen. Auch mein Damm wurde mit örtlicher Betäubung von unsere Hebamme genäht. Dank unserer erfahrenen und engagierten Hebammen hatten wir zu keinem Zeitpunkt Angst oder Bedenken. Es wäre mehr als Schade wenn spontane Entscheidungen und Hausgeburten „über Termin“ (auch Pia hat sich noch 6 Tage Zeit gelassen) in Zukunft nicht mehr möglich sein sollen. Uns ist bewusst, dass schon jetzt nicht alle das Glück haben eine Hebamme zu finden, die Beleg- und Hausgeburten anbietet.

 
Evi , Heidelberg

Ich habe mein erstes Kind im Krankenhaus entbunden. Es war eine völlig unkomplizierte Geburt, und das Drumherum des Krankenhauses empfand ich damals als normal. Das ist ja schließlich das Normale, oder nicht? Lediglich im Nachhinein habe ich mich gefragt, ob der Dammschnitt wirklich nötig war... Ich möchte aber eigentlich kein böses Wort über das Klinikpersonal verlieren. Ich fühlte mich im Großen und Ganzen gut betreut. Dennoch habe ich mich vor meiner zweiten Schwangerschaft gefragt: muss ich wirklich ins Krankenhaus fahren? Wie wäre es, mit dem neugeborenen Baby in meinem eigenen Bett zu liegen und mich auszuruhen, statt von täglich wechselnden Hebammen, Ärztinnen und Physiotherapeuten besucht zu werden?

Ich bin meine zweite Entbindung ganz anders angegangen. Dabei ging es mir fast weniger um die Geburt selbst als um die Zeit danach. Und als wir uns dann nach dem ersten Vorgespräch für diesen Schritt entschieden hatten (mein Mann war zu Anfang noch skeptisch), da durften wir den großen Unterschied zwischen Hausgeburtsbetreuung und Klinikgeburt erleben. Meine Hebamme wurde zum gern gesehenen Gast in unserem Haus, die "Termine" mit ihr würde ich eher als nette Treffen beschreiben. Meine Frauenärztin war zu Anfang auch sehr skeptisch, verlor aber ihre Scheu, als sie mitbekam, mit welcher Sorgfalt und Kompetenz (und auch mit klaren Worten) meine Hebamme mich betreute. Ich empfand es so: die Ärztin und die Hebamme ergänzten sich wunderbar. Die Ärztin schien zuständig für die medizinischen Fakten, die Hebamme ergänzte das und kümmerte sich außerdem viel besser und eingehender um meine Wehwechen und Sorgen und nahm sich Zeit, Dinge ausreichend zu erklären. Hätte ich wählen müssen, ich hätte lieber auf die Ärztin verzichtet als auf die Hebamme - aber ich war froh und dankbar, beides zu haben!

Und unter der Geburt - es macht einen riesigen Unterschied (schon bei meinen schnellen, unkomplizierten Geburten, wieviel mehr bei komplizierten, langen, schwierigen Entbindungen!), ob jemand dabei ist, der Dich kennt oder ob das ein/e Fremde/r ist. Meine Hebamme wusste, wovor ich Angst hatte, und ich wusste, dass sie es wusste. Ich konnte mich fallen lassen. Meine Hebamme war in der ganzen Zeit dabei und achtete sehr sehr genau auf das, was mit mir vorging - sie hätte jede Veränderung sofort wahrgenommen. Meine Hebamme kannte mich - für ein intimes Ereignis (und das ist die Geburt - das wusste ich vorher auch nicht!) macht das einen großen Unterschied!

Ich weiß natürlich nicht, wieviel davon der Tatsache geschuldet ist, dass ich mein zweites Kind zur Welt brachte und schon ein bisschen wusste, was auf mich zukommt. Dennoch: Dopton statt CTG, vertraute Umgebung, vertraute Menschen, keine Hektik, keine Ansagen - es war schön.

Ja, und nach der Geburt waren wir zu Hause. Kein Trubel, keine fremden Leute - nur wir und unser kleiner Familienzuwachs. Die ganze Wochenbettzeit habe ich als viel ruhiger, zurückgezogener und irgendwie "verwunschener" in Erinnerung, obwohl da ja ein großes Geschwisterchen durch die Räume tobte!

Mein Mann überwand seine anfängliche Skepsis übrigens noch schneller als die Frauenärztin und ist in der Zwischenzeit ein leidenschaftlicher Verfechter von Hausgeburten. Er sagt, die Geburt selbst lief viel viel ruhiger und entspannter ab, wir alle waren geborgen - und ein Sicherheitsrisiko entstand durch die kontinuierliche Überwachung durch die Hebamme (statt gelegentlichem Hereinschauen und CTG schreiben) auch nicht.

Ich hätte mich bei meiner ersten Geburt nicht getraut, zu Hause zu entbinden, und ich verstehe, dass sich viele Frauen das nicht trauen. Aber wenn ich nochmal zum ersten Mal schwanger wäre, würde mir wenigstens eine Beleghebamme suchen, also jemanden, den ich vor der Geburt kennenlernen kann und der mich dann während der ganzen Entbindung und danach begleitet. Und ich würde nach der Geburt möglichst schnell nach Hause fahren.

Ich wünsche mir, dass Haus- und Beleggeburten wieder häufiger werden. Ich finde, Geburt ist mehr als ein medizinisches Ereignis, und gerade wenn es "scheiße" läuft, braucht man jemanden an seiner Seite, dem man vertraut - dann wird vielleicht auch aus einer schwierigen Geburt kein traumatisches Erlebnis.

Sind das alles Luxuswünsche? Das finde ich nicht. Eine Geburt ist ein einschneidendes Erlebnis, war es jedenfalls für mich. Ich habe nichts so Großes und Gewaltiges bisher erlebt, und in wenigen Situationen meines Lebens war ich so verwundbar. Dieser Aspekt wird in unserer sachorientieren Medizin gern vergessen. Keine von uns wünscht sich die Krankenhäuser, Kreißsäle und Kaiserschnitte fort - im Fall der Fälle sind sie unverzichtbar. Aber sie sind nicht das Wesentliche bei der Geburt.

Ines
 
Ines , Saarlouis

Ines, Saarlouis

Hallo, mein Name ist Ines. Ich komme aus Saarlouis und möchte gerne über meine Hausgeburt berichten.

Nachdem mein erstes Kind nicht ganz komplikationslos in einer Klinik geboren wurde, habe ich mich immer und immer wieder gefragt, warum die Geburt so gelaufen ist. Da sich auch nach stundenlangen, schmerzhaften Wehen nichts am Muttermund tat, riet man mir zu einer PDA. Die solle mir helfen mich zu entspannen. Je öfter ich die Geburt reflektierte, desto klarer wurde mir, dass ich mich in der Klinikatmosphäre – bei so vielen mir fremden Menschen – niemals wirklich entspannen könnte.

Ich schwor mir, dass für mich nur noch eine Geburt in den eigenen vier Wänden infrage käme. Dennoch zweifelte ich durch die erste Erfahrung an meiner Fähigkeit zu gebären.

Ich verschlang Geburtsberichte, Bücher zum Thema selbstbestimmte Geburten und Alleingeburten, und war mir so sicher wie nie, dieses Mal die absolut richtige Entscheidung getroffen zu haben. Bei den Vorsorgen durch meine Hebamme fühlte ich mich sehr gut aufgehoben ohne unnötige CTGs, Ultraschalle oder Muttermundtasten. Immer wieder stellte ich mir vor, wie mein Baby entspannt in der heimischen Badewanne in dieses Leben paddelt und genoss die besondere Zeit der Schwangerschaft, voller Vorfreude auf die Geburt.

Als einen Tag nach errechnetem Termin die Wehen begannen, glaubte ich selbst noch nicht daran, dass es nun tatsächlich losgehen sollte. Es war herrliches Wetter, und wir gingen noch eine große Runde mit den Hunden im Wald spazieren. Ich genoss die Bewegung, von den Wehen spürte ich unterwegs fast nichts und ich war einfach nur happy.

Am frühen Abend gingen die ersten heftigen Wehen los, und einen ganz kurzen Moment zweifelte ich an meiner Entscheidung. Zu meinem Mann sagte ich, dass ich das nicht aushalte, und er rief die Hebamme an. Diese war 20 Minuten später da und brauchte mir nur zu sagen, dass ich es schaffen werde, schon war ich wieder fokussiert auf die Wellen, die da kamen und mich meinem Kind ein Stück näher brachten.

Ich war so unglaublich froh, daheim zu sein. Mein Mann brachte die Große ins Bett, während ich im Wohnzimmer in meiner vertrauten Umgebung die Wehen veratmete. Alles fühlte sich vollkommen normal und natürlich an. Meine Hebamme saß am Tisch und störte mich in keinster Weise. Im Gegenteil, ihre Anwesenheit tat mir gut, ich fühlte mich sicher und geborgen und dennoch vollkommen ungestört.

Plötzlich ging dann alles ganz schnell. Ich stieg in die Wanne, mein Mann und die Zweithebamme waren mittlerweile auch dabei, und ziemlich genau drei Stunden, nachdem die Geburtswehen begonnen hatten, schwamm unser kleiner Junge in dieses Leben. Es war unbeschreiblich. Dieses Gefühl, es geschafft zu haben! Ich weinte vor Freude, vor Erleichterung und vor Liebe zu diesem Kind, das ich gerade zum ersten Mal sah.

Zum Kuscheln, Kennenlernen und Stillen ging es auf die Couch ins Wohnzimmer. Nachdem die Hebammen sich bei uns verabschiedet hatten, blieben mein Mann und ich noch eine Weile dort, um unser Wunder anzuhimmeln und das Erlebte zu verarbeiten. Dann zogen wir um ins Familienbett, in dem unsere Große alles verschlafen hatte. Als der neue Erdenbürger sich kurz meldete, saß sie sofort aufrecht im Bett und sagte: "Wer weint denn da?" Den Moment, als sie ihr Brüderchen sah, werde ich wohl nie vergessen. Das Strahlen, die Liebe und vor allem die Gefühle für meine beiden Kinder waren überwältigend.

Mein größter Wunsch einer selbstbestimmten Geburt ohne unnötige Interventionen in den eigenen vier Wänden ist wahr geworden, und ich würde mich definitiv immer und immer wieder genau so entscheiden.

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