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Zuhause geboren

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Für Hebammen

#zuhausegeboren –
Wie war Ihre Hausgeburt?

Frauen haben die Wahl, ihr Kind in einem Krankenhaus, Geburtshaus oder zuhause zu gebären. Dieses Wahlrecht droht jetzt eingeschränkt zu werden, weil die Krankenkassen verbindliche und nicht wissenschaflich belegte Ausschlusskriterien für Hausgeburten festlegen wollen. Sie wollen Geburten nicht mehr bezahlen, wenn zum Beispiel der errechnete Geburtstermin um ein paar Tage überschritten ist. Dadurch wird nicht nur die Wahlfreiheit der Frauen, sondern auch die Berufsausübung der Hebammen massiv eingeschränkt. Zahlreiche Menschen haben bei ihren Krankenkassen mit Briefen, einer Petition und unter dem Hashtag #meineGeburtmeineEntscheidung dagegen protestiert. Bislang leider ohne Erfolg! Hebammen und die Frauen treffen verantwortungsbewusste Entscheidungen.

Helfen Sie uns, das zu zeigen. Erzählen Sie uns die Geschichte Ihrer Hausgeburt! Sie können auch ohne Foto und anonym berichten.

 
 
Heidi , München

Mein erster Sohn kam nach Blasensprung, Einleitung und vielen Stunden Wehen irgendwann per Kaiserschnitt zur Welt, Schon in der zweiten Schwangerschaft war mir klar, dass ein Krankenhaus definitiv nicht der Ort ist, an dem ich ein weiteres Kind zur Welt bringen möchte, wenn es irgend eine andere Möglichkeit gibt. Unsere Hebamme stimmte einer Hausgeburt zu (was nach Kaiserschnitt nicht selbstverständlich ist) und so kamen Kind 2 und 3 daheim zur Welt.

Beide Geburten waren lang und anstrengend, aber ich fühlte mich immer bestens betreut und aufgehoben. Besonders schön war aber die Geburt von Nummer 4.

Wir machten abends gemütlich Abendbrot und die Kinder machten sich bettfertig. Ich brachte den Kleinen ins Bett, sang ihm seine drei Lieblingslieder vor und spürte währenddessen 1,2 leichte Wehen.

Als alle schliefen bin ich runter ins Wohnzimmer, es war ein wunderbar warmer Abend und ich hatte plötzlich das Bedürfnis noch mal raus zu gehen. Ich drehte eine Runde in die Stadt. Dort gönnte ich mir eine große Eistüte und hatte unterwegs wieder 2 oder 3 Wehen, aber wiederum nichts wirklich regelmäßiges. Veratmen musste ich auch nichts. Zurück daheim blieb ich irgendwie rastlos, es war mittlerweile 10 und mein Mann schlug vor, einen Film anzuschauen. Danach war mir so gar nicht, ich hatte einfach das Bedürfnis in Bewegung zu bleiben... Ich schrieb meiner Hebamme eine SMS: "Halt dein handy bereit, evtl sehen wir uns bald wieder...". Ich stellte im Wohnzimmer Musik an und fing an zu tanzen, das tat mir total gut. Irgendwann unterm Tanzen realisierte ich, dass die Wehen öfter und regelmäßiger kamen, für mich aber immer noch im Bereich "harmlos" lagen. Ich bat gegen 11 meinen Mann alles vorzubereiten, ich glaube da haben wir beide erst realisiert, dass das Baby sich nun tatsächlich auf den Weg macht. Wir waren aufgeregt und voller Vorfreude.

Gegen Mitternacht waren die Wehen dann so, dass ich die Hebamme anrief, 20 Minuten später war sie da und ich musste schon ordentlich tönen und veratmen. Die Eröffnungsphase war aber ziemlich gut auszuhalten, die Wehenpausen lang und erholsam und auf jede schmerzhafte Wehe folgte eine "nette". Ich war meist im Vierfüßler kniend vor und auf unserer Couch oder stehen/laufend mit kreisendem Becken. Trotzdem war ich froh, als irgendwann der bekannte Druck hinten kam und der Pressdrang dazu. Ich spürte mit jeder Presswehe mein Kind tiefer rutschen, bei den letzten beiden Wehen bat mich meine Hebamme zu verhecheln um den Damm zu schützen (was mir erstmal gar nicht passte...), aber dann durfte ich ihn mit einer letzten Wehe komplett rausschieben und er landete wie schon sein Bruder auf unserer Couch in den Händen der Hebamme. Da erst realisierte ich, dass die Fruchtblase unter der Geburt gar nicht aufgegangen war, er kam mit Glückshaube zur Welt und ich hörte nur ein Gurgeln und dann ordentliches Geschrei von diesem kleinen Wunder zwischen meinen Beinen. Da war es dann 03:34. Nachdem ich bei den anderen Geburten immer sehr lang gebraucht hatte, konnte ich kaum glauben, dass es tatsächlich auch so schnell, konzentriert und einfach gehen kann...

Ich nahm ihn hoch, legte mich gemütlich hin und legte ihn auf meinen Bauch, wo er sofort suchte und dann ordentlich an der Brust trank. Nach ein paar Minuten wurde er abgenabelt, die Plazenta kam kurz darauf auch problemlos. Ich hatte keinerlei Verletzungen und es war sooo toll, mal nach einer Geburt nicht noch genäht werden zu müssen.

Gegen 6 verabschiedete sich unsere Hebamme, mein Mann holte den Sekt aus dem Kühlschrank und wir stießen an auf diese harmonische und tolle Geburt und auf das kleine, perfekte und gesunde Menschlein in meinen Armen
Dann hörten wir im Obergeschoss leise Tapser und ein fragendes "Mama?Papa?". Unser nun nicht mehr Jüngster suchte uns. Wir riefen hoch, er soll schnell ins Wohnzimmer kommen. Als er ganz verschlafen da stand und das Baby sah, bekam er erst ganz große Augen, dann strahlte er uns ungläubig an und meinte: "Unseres Baby ist ja da!". Wir fragten, ob er seine Brüder wecken will, aber er meinte, er will lieber kuscheln. Und so lagen wir zu viert auf den Couch und schliefen noch bis gegen halb 8 die beiden anderen Kinder aufwachten und ihr neues Brüderlein begrüßen durften.

 
Lea , Augsburg

Mein erster Sohn ist Zuhause geboren..auf dem Fußboden. Es war ein Erlebnis, das mein Mann und ich nie vergessen werden. Es ist jetzt dann bald fünf Jahre her und ich kann immer noch jeden Tag davon zehren. Bei meiner Hebamme war ich schon von Anfang an zur Vorsorge, Ärzte habe ich so weit es ging, die ganze Schwangerschaft über gemieden. Ich habe mich immer sehr wohl und umsorgt gefühlt und ich bin ihr sehr dankbar für ihren aufopfernden Einsatz ! Für mich stand die ganze Zeit fest, dass ich Zuhause entbinden möchte und so ist es dann auch gekommen. Ich habe mir gar nicht soviele Gedanken gemacht und einfach darauf vertraut, dass alles klappt. Meine Hebamme ist abends um elf Uhr zu uns gekommen als der Muttermund schon fünf Zentimeter auf war und ich regelmäßige Wehen hatte. Gedauert hat es dann aber noch bis morgens um zehn, die Plazenta kam erst gegen 14 Uhr. Alles in Allem musste ich über einige Grenzen gehen aber ich hatte nicht eine Sekunde Angst und konnte meinen Sohn ganz alleine, ohne Schmerzmittel gebären, immer die helfenden Hände meiner Hebamme in der Nähe. Es war wunderschön unser Kind in vertrauter Umgebung empfangen zu können. Die nächsten Wochen und Monate habe ich noch oft den Rat meiner Hebamme gebraucht und ich möchte ihr noch einmal von ganzem Herzen danken für diese prägende Zeit. Mein zweiter Sohn wurde im Krankenhaus geboren und auch das war wunderschön aber wenn ich die Wahl hätte würde ich mich immer wieder für eine Hausgeburt entscheiden. Rettet die Hebammen!!!!

Mara Kowalewsky
 
Mara Kowalewsky , Berlin

Mein Sohn kam 1998 in unserer Dachgeschoss-Wohnung in Berlin-Kreuzberg auf die Welt. Ich war trotz Verhütung schwanger geworden und brauchte eine Weile, mich in die Schwangerschaft einzufinden, bevor ich mich mit dem Thema "Geburt" auseinandersetzen konnte. Als ich dann endlich soweit war, begegnete mir eine Ankündigung für eine Abendveranstaltung zu "Wo soll mein Kind zur Welt kommen?" Ich war erstaunt, denn es war mir gar nicht bewusst, dass es auch andere Möglichkeiten als das Krankenhaus gab. Also ging ich hin. Danach war mir sonnenklar, ich würde mich nur öffnen, entspannen und loslassen können, in einer mir vertrauten Umgebung mit mir vertrauten Menschen und wohlwollender Unterstützung. Das bedeutete für mich maximale Sicherheit. Und ich hatte damals Glück. Obwohl ich schon recht spät dran war, konnte ich mir doch noch eine Hausgeburts-Hebamme aussuchen, mit der die Chemie passte für mich. Und wir taten alles, dass ich auch wirklich Vertrauen aufbauen konnte zu ihr, zu mir, zum Geburtsprozess. Die Geburt startete dann mit einem Blasensprung morgens um 5 Uhr. Ich war sehr aufgeregt und rief gleich meine Hebamme und meine beiden Freundinnen, die auch bei der Geburt dabei sein wollten, an. Mein Partner war gerade von seiner Taxi-Nachtschicht nach Hause gekommen und schlief. Die Hebamme kam und sagte, alles sei in Ordnung und sie würde mittags wiederkommen. Wir vertrieben uns die Zeit mit Gesellschaftsspielen und lachten sehr viel, aber Wehen bekam ich keine. Mittags kam dann die Hebamme und sie sagte mir, ich solle mich nun mal auf die Geburt einlassen und aufhören zu spielen. Sie würde am Abend wieder nach mir schauen. Kaum war sie weg und ich allein in meinem Zimmer, gingen die Wehen los. Meine Freundinnen kamen dazu, tönten mit mir, massierten meinen Rücken und mein Partner, der nun auch aufgewacht war, rief die Hebamme, die dann auch ziemlich zügig kam, nachdem sie mit mir am Telefon versucht hatte, ein paar Worte zu wechseln. Sie kam, ich ging in die Wanne und ab da konnte ich mich wirklich hingeben. Ich weiß noch, wie ich aus verschieden farbigen Tassen homöopathische Wasser bekam, die mir sehr gut halfen, ..wie meine Freundinnen sich abwechselten mit meinem Partner um mir warmes Wasser über den Bauch zu gießen und mich ans Atmen zu erinnern und wie ich mich gut aufgehoben fühlte. Später wollte meine Hebamme, dass ich aus der Wanne komme, was mir nicht so recht gefiel, aber aufgrund der stabilen Verbindung und ihrer konstanten Unterstützung für mich hatte ich das Vertrauen, sie würde mir nur raten, was auch gut für mich ist. Ich stand dann bei mir im Terassenzimmer und hielt mich am Tisch fest, als sie kurz rausging um zu telefonieren, um die zweite geburtshilfliche Person (Dr. Reuter, Frauenarzt in Kreuzberg damals, der Hausgeburten mitbetreute) dazuzuholen. Dieser Moment war der einzige Moment im gesamten Verlauf der Geburt, in dem ich mich allein gelassen fühlte und Angst bekam. Das waren vielleicht 5 min., nicht länger, aber mir kam es vor wie eine Ewigkeit. Als sie zurück kam, schlug sie mir vor, mich auf die Stufe zur Terasse zu setzen und mein Partner hinter mich. Sie sagte, das Baby würde gleich kommen und ich bemerkte kurz aus dem Augenwinkel, wie Dr. Reuter sich achtsam in den Raum hineinbewegt hatte. Dann tauchte ich schon wieder unter und wenig später hatte ich meinen wunderbaren Sohn geboren. Dr. Reuter und meine Hebamme ließen mir Zeit für das erste Kennenlernen und untersuchten meinen Sohn, während ich ihn hielt. Dann verabschiedete sich Dr Reuter wieder und mein Sohn kam auf den Arm von seinem Papa, während meine Hebamme mich mit kühlem Wasser abwusch. An diese sensibeln liebevollen Berührungen erinnere ich mich noch genau und ich fühlte mich sehr gewürdigt für meine Geburtsarbeit. Ich kann mir keine schönere Geburt vorstellen und bin so froh, Menschen gefunden zu haben, die mich auf meinem Weg begleiteten. Ich habe lernen dürfen, was es bedeutet, wenn ich für mich sorge und wie offen das gesamte Energiesystem meines weiblichen Körpers während der Geburt war, so dass ich alles, jede Regung im Raum, genau mitbekam und wie wichtig es war, so respektvoll, durchgehend und sensibel begleitet zu werden. Das wünsche ich allen Frauen.

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Anja Muthesius , Wiener Neustadt - früher Bonn

Als ich 1978 mein erstes Kind erwartete, war das Tollste, das man damals überhaupt finden konnte, ein Krankenhaus mit Rooming In. Da ich schon damals sicher war, dass mein Körper dafür vorgesehen ist, Kinder aus eigener Kraft zu gebären und zu nähren, wählte ich das einzige Krankenhaus in Bonn mit Rooming In aus, weil ich wollte, dass mein Kind keinen Moment von mir getrennt würde.

Bis einschließlich zur Geburt war niemals ein CTG geschrieben worden, auch keine Ultraschall-Untersuchung gemacht. Ich glaube, die gab es damals noch gar nicht. Die Geburt war dann gar kein schlechtes Erlebnis - bis auf die Fahrt ins Krankenhaus mit Wehen und den routinemäßig durchgeführten Dammschnitt...

Ganz anders beim zweiten Kind nur knapp 2 Jahre später. Ultraschall-Untersuchungen waren eingeführt worden und gehörten irgendwie bereits zur Schwangeren-Vorsorge dazu; beim ersten US in der 16. Woche wurde (fälschlicherweise, wie sich später herausstellte) eine Placenta praevia diagnostiziert. Auf meine ängstlichen und besorgten Fragen dazu beschieden mir zwei Ärzte: "machen Sie sich mal gar keine Sorgen, wir machen dann einen Kaiserschnitt... wir übernehmen das dann..."

Aber ich machte mir Sorgen. Und als mein Frauenarzt mir dann erklärt hatte, dass eine Placenta praevia so früh noch gar nicht mit Sicherheit festgestellt werden könnte, merkte ich, dass ich auf keinen Fall von selbstherrlichen Ärzten "übernommen" werden wollte. Ich fand dann ein Krankenhaus, das ambulante Geburten anbot...

Die Geburt meines zweiten Kindes war allerdings keine schöne Erfahrung. Durch mein erstes recht positives Geburtserlebnis war ich sicher, das alles aus eigener Kraft zu können. Doch unter der Geburt musste ich regelrecht darum kämpfen, keine Wehenmittel zu bekommen. Total blöd war dann auch, dass der Arzt, als ich Presswehen hatte, behauptete, das könne gar nicht sein...

Zum Glück war da eine Hebamme, die den Mediziner endlich zurecht wies und sagte: "Die Frau wird das besser wissen als Sie!" Als mein Kind geboren war, hatte es auf dem Kopf zwei blutverkrustete Stellen... ich fragte, was das sei, denn ich hatte darauf bestanden, dass dem Kind im Geburtskanal auf keinen Fall Kopfschwartenelektroden angelegt würden... der Arzt log mich frech an, behauptete, das sei Blut von mir. Ich solle es aber nicht versuchen abzuwaschen...

Auch beim zweiten Mal wurde routinemäßig ein Dammschnitt gemacht. Scheußlich. Ich kann bis heute das häßliche Geräusch mit dem häßlichen Gefühl erinnern...

Nach der ambulanten Geburt zu hause angekommen, machte ich mich dann auf die Suche nach einer Hebamme, die die Nachbetreuung übernehmen sollte... Im Bonner Telefonbuch gab es deren zwei. Bei der einen Nummer nahm nie jemand ab. Und bei der anderen Nummer erreichte ich irgendwann jemand, die Hebamme, die mir mitteilte, dass sie schon über 70 Jahre alt sei und lange nicht mehr praktizieren würde. Und dann sagte sie noch, dass die andere Kollegin im Telefonbuch schon seit Jahren tot sei...

Es ging dann auch ohne Hebamme... ich war jung und hatte keine Probleme mit dem Stillen, meine Mutter half mir, die ja auch Erfahrung hatte... Ja, so war es einfach damals, es gab ja keine Alternative.

Zwei weitere Kinder wurden ambulant geboren. Ohne Dammschnitt - und zwar einfach, weil die Krankenhaushebamme damit beschäftigt war, den Arzt zu rufen, der bei der Geburt wohl dabei sein sollte. Währenddessen wurde aber das Kind schon einfach geboren - ganz ohne dass jemand da schnippeln hätte können... Die leichten Dammrisse verheilten problemlos ganz von selbst.

Als ich dann 10 Jahre später noch einmal schwanger war, hatte ich in der Zwischenzeit privat Monika, eine Hebamme kennen gelernt. Sofort wusste ich, dass ich mein Kind dieses Mal zu hause bekommen würde. Schon die Vorsorgeuntersuchungen waren so anders, so menschenfreundlich... kein gynäkologischer Stuhl, kein Spekulum in der Vagina... kein Ultraschall... einfach Vertrauen, Geborgenheit, Wärme...

Das Geburtserlebnis war so kraftvoll, so gut... Einfach zu hause bleiben können... einfach die Wehen veratmen können ohne in ein Auto steigen zu müssen... einfach in der gewohnten Umgebung sein... gewohnte Dinge tun... Ich hab in der Nacht gemerkt, dass es wohl los gehen würde... konnte nicht mehr wirklich schlafen... ja - und dann habe ich Wäsche gewaschen, Wäsche aufgehängt zwischen den Wehen... Wie anders ist das, als in einem blöden Klinik-Stiegenhaus Treppen zu steigen! (Was mir bei den Krankenhaus-Geburten empfohlen wurde, um die Wehentätigkeit anzuregen.)

Als ich dann morgens gegen 6 Uhr dachte, dass es jetzt an der Zeit sei, die Hebamme zu wecken, rief ich sie an. Sie kam... und schaute mich an... und ließ mich in Ruhe... Erst als sie hörte, dass sie jetzt gebraucht würde - einfach weil Hebammen das hören können - kam sie dazu... und mein Kind und ich haben ganz auf unsere eigene Weise geboren - gemeinsam, ohne Einmischung und Manipulation von fremden Menschen.

Die Betreuung nach der Geburt war auch genau so achtsam und freilassend - wunderbar. Ein schönes Erlebnis in der Zeit nach dere Geburt ist mir bis heute, 19 Jahre danach, noch ganz präsent: wie Monika das Baby nach zwei Tagen zum ersten Mal badete - so andachtsvoll, so besonders, so innig...

So sollten Menschen ins Leben kommen können! Und so sollten Frauen gebären können!

Für mich, die jetzt schon Großmutter ist, ist es schon interessant, zu beobachten, wie schnell sich da alles ändert... Zu Beginn meines Kinder-Gebärens kam grade ganz neu das Rooming In als eine Art Revolution. Schnell verbreitete sich diese Idee. Und dann kam Frédérick Leboyer mit seinen Ideen von natürlicher, liebevoller, achtsamer Geburt und die Mediziner und Hebammen in den Krankenhäusern griffen seine Ideen auf, sie wurden immer offener, immer progressiver. Und die Frauen wollten selbstbestimmt gebären und stillen... wählten den Geburtsort - damals immer noch im Krankenhaus - danach aus, wo sie die größtmögliche Freiheit hätten.

Dann gab es plötzlich wieder Hebammen. Hebammen"läden" wurden eröffnet, Geburtshäuser, Frauen wählten Hausgeburten und Vor- und Nachsorge bei Hebammen.

Warum das wohl dann gekippt ist?

Jetzt bekommt meine Tochter ihr zweites Kind - ohne "ihre" Hebamme, weil diese daran gehindert werden, weiterhin Frauen zu betreuen... Sie wird in ein Krankenhaus gehen müssen... Das finde ich traurig.

 
Aga , Worms

Meine Tochter kam vor fast drei Monaten zu Hause zur Welt und das war das schönste Erlebnis in meinem bisherigen Leben. Das habe ich meiner Hebamme zu verdanken, da mein Mann und ich erstmal keine Hausgeburt geplant hatten. Wir wussten gar nicht, dass es so eine Möglichkeit gibt! Während einer Vorsorgeuntersuchung hat uns die Hebamme davon erzählt und wir waren von dieser Idee sofort begeistert: Entbindung in den eigenen vier Wänden, mit der Begleitung der Personen, die ich kenne (und die mich kennen) und den ich vertraue, ließ ein unvergleichlich tolles Erlebnis erwarten…

…und so kam es auch! Die Geburt hat relativ lange gedauert. Das Hebammenteam hat mich aber die ganze Zeit motiviert, meine Ängste genommen und mir und meinem Baby genug Zeit gegeben. Ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt (den Geschmack von dem süßen Tee werde ich nie vergessen).

Ich hoffe, dass ich mein zweites und jedes weitere Kind auch zu Hause mit Hilfe meiner Hebamme bekomme.

P.S. Nachher habe ich erfahren, dass laut Vorschriften meine Geburt zu lange gedauert hat. Wäre ich in der Klinik gewesen, wäre im besten Fall die Geburt eingeleitet und im schlimmsten ein Kaiserschnitt durchgeführt worden…..

Danke liebe Hebammen!

 
Stefanie Müller , Scheinfeld

Haus-Geburtsbericht von Clara Evelin
 
16.02.11
 
Nach dem Kaffee bei Oma und Opa bin ich zum einrenken gefahren.
Die Dauerrückenschmerzen waren alles andere als schön, auch die Hüfte tat wieder weh.
Micha hat das ISG wieder gerichtet und mir sämtliche Wirbel wieder eingerenkt
Abends war ich etwas aufgewühlt, hab Stefan aber trotzdem auf Nachtschicht geschickt.
 
17.02.11
 
Paul wach um 4:00 auf und braucht nen Schluck Wasser.
Als er wieder am einschlafen ist, kommt ne relativ schmerzhafte Wehe.
Es zieht im Rücken und im Bauch und ich muss schon etwas konzentrierter atmen.
Erst hab ich nix drauf gegeben, wegen dem Fehlstart vor einer Woche.
Aber als die 2. Wehe nach 5 min kam, hab ich stefan gesimst, das es wohl los geht und ich ihm nochmal bescheid sage.
Ich musste aufstehen, hatte Angst Paul zu wecken.
Also bin ich mit Babyfon und Handy als Stopuhr an den PC, aufs Klo und später dann runter um die Omi zu wecken und Gaby anzurufen.
Omi wusste gleich was los ist
Gaby war auch begeistert und sagte, dass sie sich auf den weg macht.
Die Wehen waren da relativ unregelmässig:
Langer Abstand (5-7min) – starke Wehe
Kurzer Abstand (3-4min) – schwächere Wehe
Stefan kam kurz nach halb 6 nach hause und war total relaxt.
Omi machte sich um 6:00 auf den Weg zum Bäcker und brachte frische Brötchen und nen Laugenstange für Paul mit
Gaby traf kurz vor ihr hier ein und freute sich mit uns.
Stefan war nach Meldung von Paul im Schlafzimmer verschwunden und kam mit ihm wieder runter.
Wir frühstückten alle zusammen und Gaby musste über die Tatsache lachen, das sie vor 25 Jahren den Bäcker entbunden hat, der die Brötchen backte
Stefan war so müde von der Nachtschicht, dass er sich noch mal hinlegte.
Paul spielte mit Omi im Wohnzimmer und merkte, dass was anders ist.
Gaby und ich sind dann hoch um mal zu schauen, wie es aussieht.
Um ca. 7:30 war der MuMu schon 4 cm auf aber noch nach hinten geneigt.
Die Blase stand auch noch und machte alles erträglicher.
Ich sollte mal versuchen, ob ich die wehen im 4-füßler auhalten kann, dann kann der kopf, den MuMu in die Mitte schieben.
4-füßler war super, also kniete ich im Wohnzimmer über der Coucharmlehne mit decke unter der Knien und erklärte Paul mit dem Buch „Runas Geburt“ was gerade mit Mama passiert.
Um 8:30 wollte ich dann unbedingt in die Badewanne und lies mir Wasser ein, während Gaby ihr Hausbesuche absagte
Ich veratmete eine Wehe nach der anderen.
Clara lag in SL II und ich fand auch die rechte Seite besser, dreht mich nur ab und zu mal, um warm zu bleiben, weil das bad noch nicht ganz aufgeheizt war.
Eine Wehe musste ich dann mal auf dem Rücken liegend ertragen und fand es echt heftig *aua
Um 9:30 ging der Radio im Bad aus, da wusste ich, dass ne stunde um war.
Gaby machte ihn wieder an und fragte, ob Sie mal tasten soll.
Ein Anruf kam dazwischen und wir mussten noch 3 heftige Wehen warten, bis mal wieder etwas Pause war.
Um 9:52 hat Sie getastet: MuMu komplett verstrichen, Blase steht noch – wenn ich will, darf ich mitschieben!
Ich war ganz perplex und meinte nur, dass sie erstmal Stefan wecken soll.
Das tat sie und sie rief auch gleich Rita an, die noch dazu kam.
Kaum war Stefan da, musste ich schon mitschieben und merkte, wie der Kopf ins Becken rutschte.
Es brante kurz, was ich auch sagte „Es brennt, gleich ist sie da!“
Gaby sagte „ich seh noch nix, oh doch da kommt der Kopf!“
Ich wollte diesmal runter langen, konnte aber nicht.
Die Blase platze und ich musste mich festhalten, so groß wurde der Druck.
Die nächste Wehe kam, ich drückte mit, Clara schob mit.
Der Kopf war da, ich konnte nicht mehr aufhören und musste weiter schieben -
10:04 Clara schlupft ins Wasser und wird mir gereicht.
 
Ich war total erstaunt, wie schnell das jetzt ging.
Aber noch erstaunter war ich, wie klein und zart sie doch ist
 
Sie lag auf meinem Bauch und das erste was ich noch wollte, war Paul da haben.
Rita holte ihn mit meiner Mum und er kam aus dem staunen nicht herraus.
Meine Mum musste gleich weinen vor Glück.
 
So gingen 45 min ins Land, in denen wir sie nur bestaunten und sie die erste Brust leerte.
Die Nachwehen hatten die Plazenta schon gelöst, aber geboren wurde sie erst auf der Toilette.
Nach genau einer Stunde – wie bei Paul auch.
Nach dem die Plazenta geboren wurde, durfte ich die Nabelschnur durchtrennen.
Paul schaute in der Zeit mit seinem Onkel eine Folge Yakari von der DVD die Clara ihm mitgebracht hat
Jetzt gratulierten auch Gaby und Rita zur Tochter, denn erst jetzt ist die Geburt abgeschlossen
 
Sie richteten mein Lager im Kinderzimmer.
Dann zogen Clara und ich ins Bett um und stillten die andere Seite.
Gaby bereitete alle für die U1 vor und füllte das gelbe Büchlein soweit aus.
 
Clara hatte ein Geburtsgewicht von 3310g und eine Länge von 51cm.
Der Kopfumfang betrug 33,5cm.
 
 
Irgendwann ass ich in der Wanne noch ein Käsebrötchen, weiß aber nicht genau, wo das rein gehört.

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