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Für Hebammen

#zuhausegeboren –
Wie war Ihre Hausgeburt?

Frauen haben die Wahl, ihr Kind in einem Krankenhaus, Geburtshaus oder zuhause zu gebären. Dieses Wahlrecht droht jetzt eingeschränkt zu werden, weil die Krankenkassen verbindliche und nicht wissenschaflich belegte Ausschlusskriterien für Hausgeburten festlegen wollen. Sie wollen Geburten nicht mehr bezahlen, wenn zum Beispiel der errechnete Geburtstermin um ein paar Tage überschritten ist. Dadurch wird nicht nur die Wahlfreiheit der Frauen, sondern auch die Berufsausübung der Hebammen massiv eingeschränkt. Zahlreiche Menschen haben bei ihren Krankenkassen mit Briefen, einer Petition und unter dem Hashtag #meineGeburtmeineEntscheidung dagegen protestiert. Bislang leider ohne Erfolg! Hebammen und die Frauen treffen verantwortungsbewusste Entscheidungen.

Helfen Sie uns, das zu zeigen. Erzählen Sie uns die Geschichte Ihrer Hausgeburt! Sie können auch ohne Foto und anonym berichten.

 
 
Marina , Gröbenzell

Da meine Chefin drei ihrer vier Kinder zu Hause bekommen hatte und sie mir schon öfter davon erzählt hatte, war die Hausgeburt bereits bei meiner ersten Tochter eine Option. Allerdings blieb sie bis zuletzt mit dem Kopf nach oben in meinem Bauch und auch die Hebamme und ich waren nicht völlig auf einer Wellenlänge. So hatte ich mich doch relativ auf eine Klinikgeburt eingestellt. Das es jedoch ein Kaiserschnitt 3,5 Wochen zu früh wurde, dass war nicht ganz nach meiner Vorstellung. Man weiß nicht, ob es unnötig war oder mein Kind gerettet hat -egal. Das einzige was mich daran gestört hatte, dass ich Menschen, die ich noch nie zuvor gesehen hatte und somit nicht einschätzen konnte unser Leben und unsere Entscheidung in die Hand legen musste.
Bei meiner zweiten Schwangerschaft sollte dies anders laufen. Ich ging zu einem Frauenarzt mit Belegbetten - somit war eine mögliche Klinikgeburt abgedeckt. Zeitgleich ging ich zur Vorsorge zu einer jungen Hebamme, die ich schon lange privat kannte und die gerade dabei war, als Berufsanfängerin ihre Hebammenpraxis mit Hausgeburt zu eröffnen. Vier Wochen vor der Geburt meldete ich mich im Krankenhaus an und stellte mir vor, dass ich mit dieser Hebamme mein Kind bekommen müsste. Sie war nett, keine Frage, doch ich kannte sie nicht und das war genau das, was ich nicht wieder haben wollte. So hoffte ich sehr, dass die Hausgeburt mit MEINER Hebamme klappen würde. Der Termin war der 25.12., doch ich rechnete fest mit Anfang Januar. Am 23.12. schmückte ich mit meinem Mann den Christbaum und spürte ein seltsames Ziehen im Unterleib, das ich so noch nie hatte. Zur Erklärung, bei meiner ersten Schwangerschaft hatte ich vor dem Kaiserschnitt weder richtige noch Senkwehen, auch bei der zweiten Schwangerschaft bisher keine Senkwehen. Ich ging in die Dusche um für den Weihnachtstag schonmal frisch zu sein. Das Ziehen wurde stärker und ich dachte - aha, das sind jetzt die Senkwehen. Sie wurden so stark, dass ich nicht schlafen konnte, ausserdem musste ich ständig aufs Klo. Was hilft bei Senkwehen? Ach ja, in die Badewanne gehen. Ich war zwar grad erst duschen, aber schlafen konnte ich eh nicht. In der Badewanne hörten die Senkwehen aber nicht auf, sondern wurden eher zu Bauchkrämpfen. Ich ging also wieder aus der Wanne und lief in der Wohnung herum. Um Mitternacht kam mein Mann heim, verwundert was ich da täte. Solle er die Hebamme anrufen? Nein, lass sie schlafen, ich hab doch nur Senkwehen. Um halb eins rief er sie doch an und ich konnte schon nicht mehr mit ihr sprechen, da ich mühsam meine Wehe veratmete. Als die Hebamme da war, kamen die Wehen schon alle fünf Minuten für ca. 30 Sekunden. Das sind dann wohl keine Senkwehen mehr oder? Hebamme: Nein ich glaube nicht. Wir hatten uns von einer anderen Hebamme einen Geburtspool ausgeliehen, mein Mann fing an, ihn aufzubauen, während meine Hebamme mich untersuchte. Muttermund vollständig geöffnet, das mit dem Geburtspool klappt dann wohl nicht mehr. Die zweite Hebamme die kommen sollte, war selbst bei einer Geburt. Mir war es sehr recht, ich wollte am liebsten mit meinem Mann und meiner Hebamme alleine sein. Die Hebamme schlug vor, dass ich in die Badewanne gehen sollte. Vorher ging ich nochmal auf die Toilette und da fing mein Körper schon selbstständig zu pressen an. Ich dachte, ja ist schon unangenehm - und das jetzt sechs Stunden lang, das wird anstrengend. Im nu lies die Hebamme warmes Wasser ein und zündete eine Kerze an "Babys werden in Höhlen geboren" - wie schön das aussah! Mein Mann war an meiner Seite, die Hebamme hielt sich im Hintergrund und erinnerte mich nur einmal, die Wehe erst kommen zu lassen. Da spürte ich schon den Kopf durchkommen und es war klar, mit der nächsten Wehe ist das unangenehme Dehngefühl weg. Und zack, unsere Tochter kam mit der Nachgeburt hinaus. Die Hebamme legte sie mir auf den Bauch und ich war irgendwie ganz überfordert. Das war es jetzt schon? Die Geburt ist schon vorbei und das Kind da? So schnell? Es war 03:40 Uhr.
Das praktische an der Geburt in der Badewanne war, dass ich mich gleich abduschen konnte. Und das schönste an der Hausgeburt neben den gewohnten Räumen? Sofort in das eigene Bett zu gehen! Wir kuschelten uns zu dritt ins Bett, das Schlafzimmer ist gleich neben dem Badezimmer. Unsere erste Tochter schlief im Kinderzimmer nebenan und merkte nichts. Die Hebamme untersuchte noch uns beide, schrieb ein bisschen und wir bestaunten uns. Was für zauberhafte ruhige Minuten! Dann fuhr sie nach Hause und wir gingen schlafen - unsere Tochter noch namenslos in meinem Arm. Am morgen kam unsere 3 jährige Tochter ins Schlafzimmer. Mein Mann: "Maja, schau mal wer da liegt" und sie "Oh, dann kann ich ja jetzt den Schnuller für sie holen" und damit war das Thema erledigt. Es war so entspannt für mich, dass ich einfach auf der Couch liegen konnte mit meinem Baby und mein Mann hat uns alle umsorgt. Ich fragte mich, wie macht man das wohl im Krankenhaus? Mir war so schwindelig, dass ich kaum aufstehen konnte. Wie hätte ich da mein Kind versorgen können? So wurden wir bestens von meinem Mann versorgt! Wir sagten der Familie nichts und am Abend fuhr mein Mann mich mit dem Rollstuhl zu meinen Eltern rüber. Da war die Familie im warsten Sinne des Wortes sprachlos das wir ein echtes Christkind mitgebracht haben. Dies war ein ganz besonderes Weihnachtsfest das wir niemals vergessen werden - wie schön, dass ich nicht im Krankenhaus war, sondern sich die gesamte Großfamilie über unsere Theresa freuen konnte. Auch in den nächsten Tagen wurden wir von unserer Hebamme bestens versorgt. Ich hatte nach der Geburt noch ein Erlebnisse: Beim Rückbildungskurs unterhielten sich zwei andere Frauen über ihre Geburt und die eine sagte: "Bei mir war es auch schrecklich. Also wer sagt, dass seine Geburt schön war, der lügt doch!" Ich besann mich und dachte, nein meine Geburt war wunderschön und ich lüge nicht! Sie war so schön, dass ich mir schon deshalb ein drittes Kind vorstellen könnte. Um diesen Zauber nochmal zu erleben!

 
Marina & Henning , Hildesheim

Ich war zunächst davon ausgegangen, dass ich meine Tochter im Krankenhaus zur Welt bringen würde. In Russland gibt es dazu keine Alternative. Die beiden Krankenhäuser in Hildesheim habe ich mir entsprechend angesehen und Infoabende besucht. Dort wurde mir schnell klar, dass angestrebt wird, die Geburt so einzurichten, dass ich davon eigentlich nichts mitkriegen sollte. Ich wollte aber dabei sein und wissen, wie es ist, ein Kind zur Welt zur bringen - ohne Eingriffe. Beim Schwangerschaftsyoga habe ich dann von einer Hebamme aus Hannover erfahren, die Hausgeburten betreut. Zunächst war ich neugierig und wollte sie einfach kennenlernen, ohne mich festzulegen. Aufgrund der gelassenen und klaren Beratung durch sie konnte ich mir eine Hausgeburt immer besser vorstellen, trotz lauter Panik bei meiner Familie und entgegengesetzter Ratschläge des Frauenarztes. Mein Mann hat mich in der Entscheidung zum Glück bestärkt. Irgendwann kam dann der Geburtstermin, ging vorbei - nichts. Etwas unruhig wurde ich schon. Die Hebamme gab mir noch 10 Tage. Zum Glück brauchte ich die nicht. Nach vier Tagen über dem Termin setzten morgens die Wehen ein. Zunächst sehr zaghaft und unregelmäßig; aber doch deutlich. Außerdem dachte ich, dass die Fruchtblase offen sei. Eine Untersuchung der Hebamme, die sich mit unglaublicher Geduld alles ansah und sogar über Nacht blieb ergab schließlich, nachdem ich schon dachte, jetzt müsste das Baby langsam kommen: "Das dauert noch!" Der zweite Tag ging mit Wehen und Pausen vorbei. Gemeinsam mit der Hebamme entschieden wir uns, die Fruchtblase noch nicht zu öffnen und meiner Tochter die Zeit zu lassen, die sie offenbar noch brauchte - auch wenn meine Kräfte deutlich zur Neige gingen. Schließlich hatte ich inzwischen 36 Stunden wegen der Wehen nicht schlafen können. Die Nacht brachte keine Veränderung. Gegen Morgen konnte ich einfach nicht mehr. Mein Mann packte schnell die bereitstehenden Taschen ins Auto und brachte mich ins Krankenhaus. Dort wurde ich sofort verkabelt: CTG. Dort mit Wehen ca. 45 min zu sitzen und das nach zwei durchgemachten Nächten, war wirklich kein Spaß. Die Untersuchung ergab, dass ich wegen Erschöpfung nicht gebären könne. Außerdem sei mein Baby ein Sternengucker, so dass eine Komplikation gegeben sei. Mir wurde ein Beruhigungsmittel und 3 Stunden Schlaf verordnet. Anschließend käme ich an den Wehentropf. Mein Mann könne leider nicht bleiben, während ich mich ausruhen sollte. Ich hatte Angst davor, dass das Beruhigungsmittel auch auf mein Baby wirken könne, was von der Ärztin bestätigt wurde. Außerdem hätte ich in einer mir fremden Umgebung mit anderen Patienten und ohne meinen Mann keine Ruhe gefunden. Es war eine verzweifelte Situation. Mein Mann überredete mich zum Glück, nachdem er nochmal mit der Hebamme telefoniert hatte, wieder nach Hause zu fahren. Aufgrund meiner Erschöpfung wäre jetzt weiteres Warten unmöglich geworden. Schließlich öffnete die Hebamme dann doch die Fruchtblase und zum Glück verstärkten sich die Wehen schließlich so sehr, dass es vorwärts ging. Keine Ahnung, woher ich die Kraft für die letzten 3 Stunden intensiver Wehen noch hergenommen habe. Die Hebamme half mir dabei, Freundschaft mit den Wehen zu schließen und unterstütze mich wunderbar dabei, mich auf die Geburt einzustellen. Unter ihrer ruhigen Beobachtung habe ich mich ganz sicher gefühlt. Am Abend kam unser Baby dann ganz ruhig mit einem kleinen Stimmchen zur Welt und ich konnte sie glücklich zur Brust nehmen. 4 Wochen nach der Geburt sind nun dank der sorgfältigen Näharbeit der Hebamme alle Wunden schon sehr gut verheilt und tun nicht mehr weh. Mit ganz viel Ausdauer hat die Hebamme mir beim Stillen geholfen, so dass es unserer Tochter nun sehr gut geht, nachdem sie zu Anfang die Brust nicht richtig zu fassen gekriegt hat. Nach anfänglicher Skepsis sind mein Mann und ich uns sicher, dass für uns in Zukunft nur noch eine Hausgeburt in Frage kommt.

Sonja Dubois
 
Sonja Dubois , Bonn

Wir hatten uns bewusst zu einer Geburtshausgeburt entschieden und hatten dann auch schnell eine Zusage einer dort tätigen Hebamme. Die Vorsorge verlief im Wechsel mit der Gynäkologin und die Schwangerschaft war unauffällig und für uns als werdende Eltern sehr schön. Wir genossen die Vorsorge der Hebamme sehr die auch bei uns zu Hause mal statt fand.

Der errechnete Termin war noch 2 Wochen entfernt und meine Hebamme wollte für ein paar Tage verreisen und da ich im 2 er Team gearbeitet wurde war kar, dass Ihre Kollegin für mich da sein würde.

Nachts bekam ich Wehen die sich intensivierten und spürbar waren aber mich zwischendurch immer schlafen ließen. Morgens gingen mein Partner und ich noch mit dem Hund spazieren und vorsichtshalber ging mein Partner auch nicht arbeiten um bei mir zu sein. Nach dem Spaziergang zu Hause angekommen frühstückten wir und räumten ein wenig rum und auf. Die Wehen wurden stärker und ich musste diese nun auch veratmen und innehalten. Der Anruf bei der Hebamme um mich zu melden und mit der Hoffnung sie vorbeikommen zu lassen resultierte auch mit ihrem Besuch. Ca 10 Uhr morgens war es. Sie wollte für uns erst einen Tag später verreisen um bei einer möglichen Geburt bei mir zu sein. Ihrer Meinung nach konnte es auch noch länger dauern und sie riet uns zu Hause zu bleiben und die Zeit zu genießen. Wir sollten uns melden wenn es doch weiter voran schreiten sollte. Kurz nach ihrem Verlassen der Wohnung platzte die Fruchtblase und wie von der Hebamme vorher erklärt wäre die Badewanne eine Option zur Entspannung. Dort blieb ich auch und wehte weiter gut unterstützt mit Getränken von meinem Partner der mich auch fest hielt unter den Wehen, da ich immer unterzugehen schien wenn ich entspannt veratmete.
Gegen 14:40 wollte ich dann ins Geburtshaus und das Telefonat mit der Hebamme ließ uns ein Treffen dort um 15:30 ausmachen.
Mein Versuch aus der Wanne auszusteigen resultierte in einer Presswehe und ich schaffte es aus der Wanne raus und wartete dort bis die Hebamme nun auf dem Weg zu uns bei uns war. Obwohl sie nun schnell versuchte eine 2. Hebamme in der Nähe aufzutreiben die vorbei kam und sie meinen Partner zu ihrem Auto schickte um die Hausgeburtsbox und einen Geburtshocker zu holen, fühlte ich mich sehr getragen und sicher. Mir war klar wir blieben und ich war völlig glücklich damit, weil ich hatte eine Hebamme die ich mochte und der ich vertraute an meiner Seite. Es dauerte bis 15:20 bis die 2. Hebamme kam und noch eine Hebammenschülerin an der Hand. Alle waren sehr respektvoll, ruhig, saßen auf dem Boden während ich auf dem Geburtshocker thronte und auf die nächste Presswehe wartete. Die schnellen Vorbereitungen die getroffen wurden wie Vorhänge schließen, Licht gedämmt, heißes Wasser, Papier und Stifte zum dokumentieren habe ich erst nach der Geburt um 15:34 bemerkt und konnte nicht glauben wieviel Routine, Würde und Respekt diese 3 Hebammen ausstrahlten. Kein einziges Mal fühlte ich mich verlassen, zu etwas gedrängt was ich nicht wollte, ich wurde gefragt und aufgeklärt bevor Prozedere stattfand und mir wurde auch nicht gesagt ich möge bitte Pressen. Die Stille bevor die letzte Presswehe kam werde ich nie vergessen. Der Moment in dem ich alle anschaute und sie mich lächelnd und wortlos ermutigten und ich gehalten von meinem Partner es vollbrachte meinen Sohn zu gebären-eingebrannt in mein Gehirn für immer.

Eine ungeplante Hausgeburt ist hier grandios gewesen und die nächste Geburt würde dann eine geplante sein sofern ich eine Hebamme finde!

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julinka , hildesheim

Meine Mutter hatte mich und meine Geschwister alle im Geburtshaus oder zu Hause spontan in Begleitung von Hebammen geboren und schon dadurch war mir klar, dass ich nicht ins Krankenhaus gehen würde. Dass die derzeitige Situation in Hildesheim und Umgebung allerdings so gravierend ist und mir nur eine, letzendlich meine, Hebamme bekannt gemacht wurde, die eine Hausgeburt begleitet und somit alle Hände voll zu tun hat, war mir vorher nicht klar. Ich bin meiner Hebamme sehr dankbar, dass sie mich, neben vielen anderen Frauen betreut hat und hoffe, dass sich in Zukunft diese Situation verbessern wird. Es kann nicht sein, dass in den Köpfen der Menschen eine Reihe merkwürdig negativer Assoziationen rund um das wohl wichtigste Thema der Welt, das Geboren werden, existieren und es scheinbar für viele klar ist, dass ein Kind im Krankenhaus geboren werden muss - alles andere wäre zu gefährlich.
Schon in der Schwangerschaft werden große Sorgen und Ängste erschaffen, indem frau sich sämtlichen Untersuchungen unterziehen kann, die mögliche Risiken abklären. Das Vertrauen in den eigenen Körper und die wunderbare Fähigkeit, Leben hervorbringen zu können, wird traurigerweise dadurch stark in Frage gestellt.
Der Kontakt mit Hebammen in der Vorsorge, bei der Geburt und nun in der Nachsorge hat mir immer wieder gezeigt, dass neben all dem urgewaltigen Zauber Kinder kriegen etwas ganz normales ist.
Meine Hebamme hat während meiner Geburt nichts Besonderes getan. Ich war diejenige, die gearbeitet hat und doch hat mir ihre ruhige, beobachtende Präsenz immer wieder gezeigt, dass alles gut ist, so wie ich es gerade tue und mir Mut gemacht, dass ich fähig bin, diesen gigantischen Fußball tatsächlich aus mir herauszubekommen. Und genau dieses scheinbare Nichtstun macht den Hebammenberuf so wertvoll. Bei einer Geburt kann es natürlich immer mal wieder notwendig sein, von außen eingreifen zu müssen, um nicht das Leben zu gefährden. Aber es ist fraglich, ob dies eine Routinehandlung sein sollte. Eine Hebamme übt sich in der Kunst, die Dinge zu beobachten und sie gewissermaßen sein zu lassen, bis ihr vielleicht mal etwas komisch vorkommt. Dann bleibt meist immer noch Zeit, um in die Klinik zu wechseln.
Bei meiner Hausgeburt war ich weit davon entfernt, in die Klinik zu müssen. Ich hab mein Heim schön gemacht, Kerzen schienen, es hat vertraut gerochen, es lief ruhige Musik und die zwei Menschen, die bei mir waren, haben mich liebevoll umsorgt. Nach der Geburt kam mir die Vorstellung derart abwegig vor, die Wehenphasen zu unterbrechen, um ins Krankenhaus zu düsen und dann "richtig loslegen zu können". Stattdessen konnte ich einfach an dem Ort bleiben, wo ich sein wollte und nun, fünf Tage nach diesem Ereignis umschwebt den Raum, wo mein Kind zur Welt kam, immer noch eine besondere Atmosphäre. Ehrfurcht könnte man es nennen. Ich habe keine Erfahrungen mit Krankenhausgeburten, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass sich solche Begebenheiten dort so gut realisieren lassen.
Ich wünsche jeder Frau, dass, sofern sie es wünscht, ihr eine Hebamme zur Seite steht und die Selbstbestimmung erhalten bleibt, gebären zu können, wo sie es möchte.

Charlotte Fraedrich
 
Charlotte Fraedrich , Bonn

Nachdem meine Frau 2015 unsere Tochter in einem Krankenhaus mit 4 verschiedenen Hebammen, wegen der Schichtwechsel zur Welt gebracht hatte, war für mich klar, dass unser Sohn mit Hilfe einer Beleghebamme geboren werden soll. Die tollen Hebammen kannten wir zum Glück bereits aus Vor- und Nachsorge, und die beiden waren dann die ersten, die von meiner Schwangerschaft erfuhren! Puh, das war schon mal gesichert. Wir waren sehr froh, da wir in der Schwangerschaft meiner Frau leider zu spät dran waren, da uns niemand über den Mangel an Beleghebammen aufgeklärt hatte.

Da ich eine tolle Schwangerschaft hatte und mich durchweg fit gefühlt habe, wurde die Idee einer Hausgeburt in mir geweckt. Da es jedoch meine erste Geburt war, wusste ich garnicht, ob dies überhaupt in Frage käme. Also beriet ich mich immer wieder mit meinen beiden Hebammen darüber und sie klärten mich in mehreren Terminen über Vorgehen, Risiken und Möglichkeiten auf. Ich hielt mir meine Optionen bis zum Tag der Geburt offen und entschied mich erst an dem Tag der Geburt.

Mein großer Tag sollte dann am Vorabend mit einem Blasensprung beginnen, nach Beratung mit meiner Hebamme, konnte ich die Nacht noch versuchen zu schlafen und sie freute sich schon über eine Tag-Geburt am darauffolgenden Tag. Und sie sollte Recht behalten. Ab 4:30Uhr hatte ich dann regelmäßige Wehen. Zunächst mussten wir aber noch unsere 1-jährige Tochter zu unseren Eltern fahren. Das übernahm zum Glück mein Frau. Ab ca 10Uhr ging es dann offiziell mit 3cm Muttermund in die Geburt. Noch im Verlauf des Tages fragte mich meine Hebamme erneut, ob ich zu Hause oder in der Klinik entbinden wolle, da der letztmögliche Zeitpunkt einer Verlegung näher rückte. Ich fühlte mich gut und vor allem in den besten Händen, so dass sie ihre Partnerin zur Hausgeburt hinzurief.
Um 17:52 Uhr kam dann unser Sohn in unserem Wohnzimmer zur Welt und ich nahm ihn auf unserem Sofa liegend in Empfang.
Leider hatte ich einen hohen Scheidenriss, der an einer so ungünstigen Stelle war, dass ich doch noch ins Krankenhaus musste, um dort genäht zu werden.
Dennoch würde ich diese Entscheidung immer wieder so treffen. Die Geburt an sich im behüteten zu Hause war so entspannt und schön, dass der Wermutstropfen der ersten gemeinsamen Nacht im Krankenhaus erträglich ist.

 
Judith , Nürnberg

2014, mit meinem Sohn schwanger, war mir direkt klar das eine Krankenhaus Geburt für mich nicht das idealste sein würde.
Was Freundinnen und Verwandte von ihren Krankenhaus Erlebnissen erzählten war meist unschön oder sogar miserabel.
Dazu kam noch meine persönliche Phobie vor all den Keimen, Krankheiten und Eingriffen (Zugang, etc).
Wir haben uns dann trotzdem Kliniken angesehen, die alles sehr schön beschrieben, wenn ich aber Frauen fragte die dort entbunden hatten, klang alles ganz anders!
Daher waren wir recht entschlossen ins Geburtshaus zu gehen.
Im Verlauf der völlig problemlosen Schwangerschaft fragte dann meine Hebamme warum ich denn nicht Zuhause mein Kind bekommen wolle?
Eine neue Idee. Die beste überhaupt! Obwohl alle in unseren Familien uns für verrückt hielten und große Sorgen hatten.

In 7 Stunden war mein Süßer trotz 4800 Gramm und 39 cm Kopf ohne Verletzungen da!

Kein Wunder das ich nun 2016, mein zweites Kind ebenso behütet und geborgenzur weWelt bringen wollte.

Aus Angst meine ganz wunderbare Hebamme könnte ausgebucht sein, sicherte ich mir ihre Hilfe schon mit dem positiven Schwangerschaftstest in der Hand.

Erste Hürde genommen! Aber dann neue Regeln zur Hausgeburt ...
Mein Arzt der nicht glauben konnte das ich ohne Probleme so große Kinder bekomme, und ständig Untersuchungen vorschlug oder Alarmzeichen sah.
Auch berechnete er den Termin mit einem 30 Tage Zyklus, obwohl ich extra sagte das meine Zyklen immer länger waren!

Meine Hebamme beruhigte mich und ermunterte mich immer wieder einfach gelassen zu bleiben. Ändern konnte ich es eh nicht.
Dann der Termin rückt näher. Die Rufbereitschaft läuft, ich halte es kaum noch aus.
2 Tage vor Termin, der Termin vetstreicht, meine Hoffnung mein Kind so bekommen zu dürfen wie ich es will, schwinden.
Ich bin frustriert, wütend und traurig. Wieso darf man mir ohne wirklichen Grund verbieten selbstbestimmt für mich und mein Kind zu entscheiden?
Diese Tage waren stressig und psychisch sehr belastend.
Der zweite Tag über Termin neigt sich. Morgen ist es vorbei. Dabei ist alles perfekt. Alles weich, Gebärmutterhals verstrichen, Muttermund dehnbar. Keine produktiven Wehen.
Doch dann beim Abendessen mit dem 'Großen', schmerzhafte Wehen!
Aufregung! Freude! Oh je, schaff ich das nochmal so gut?
Ich kann mich allen positiven Geschichten hier nur anschließen.
Ich selbst habe keine Klinik Geburt erlebt, aber ich glaube kaum das es so behutsam, selbst bestimmt und entspannt sein kann wie Zuhause!

5 1/2 Stunden, dann war mein Mädchen mit 4600 Gramm und 36 cm Kopf da.
Wieder ohne Verletzung. Ich bin so dankbar!

Aber ich verstehe nicht warum auf die Hausgeburt so eine Hexenjagt gemacht wird.
Warum wird eine Frau die diese Entscheidung sorgfältig abwägt und mit einer verantwortungsvollen Hebamme klärt, so unter Druck gesetzt?
Nicht das es vor diesen neuen Regeln einfach gewesen wäre.
Ich würde mir wünschen das endlich jemand der dazu entscheiden kann ein einsehen hat und den Hebammen und mündigen Frauen Gehör schenkt!

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