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Wie war Ihre Hausgeburt?

#zuhausegeboren

Frauen haben die Wahl, ihr Kind in einem Krankenhaus, in einem Geburtshaus oder zuhause zur Welt zu bringen. In der Vergangenheit haben die Krankenkassen gedroht, dieses Wahlrecht durch verbindliche und nicht wissenschaftlich belegte Ausschlusskriterien für Hausgeburten einzuschränken. Dabei treffen Hebammen und die Frauen kompetente und verantwortungsbewusste Entscheidungen, wie Ihre Berichte von Hausgeburten eindrucksvoll zeigen.

Zahlreiche Menschen haben unter dem Hashtag #zuhausegeboren ihre persönliche Geschichte geteilt. Wir freuen uns, auch Ihre zu hören! Sie können auch ohne Foto und anonym mitmachen.

Christina , London

Mein Geburtsbericht

Hätte mir jemand vor noch einem Jahr erzählt, ich würde mein Baby zu Hause auf die Welt bringen, ich hätte ihn nur kopfschüttelnd ausgelacht. Ich bin selber Zahnärztin und eher ein Verfechter der klassischen Schulmedizin. Für mich war es selbstverständlich, ein Baby im Krankenhaus auf die Welt zu bringen. Am besten sollte noch - für alle Notfälle - die Neonatal-Intensivstation gleich nebenan liegen. Schon die Geburt meiner ersten Tochter hinterließ Risse in meinem Denken. Die Geburt dauerte sehr lang. Ich fühlte mich im hochmodernen Kreißsaal der Klinik nicht wohl. Dazu kam noch, dass es Situationen gab, die ich mir als Gebärende gegenüber als übergriffig empfand. Ich fühlte mich in Teilen vom Klinikpersonal schlecht aufgeklärt, obwohl genug Zeit dafür zur Verfügung gestanden hätte.

Zum Jahreswechsel war der Schwangerschaftstest endlich positiv. Mein erstes Mädchen war im November gerade zwei Jahre alt geworden. Wir freuten uns sehr. Mir war aber auch etwas mulmig zumute, weil ich das Baby in London zur Welt bringen würde. Mein Englisch ist zwar ganz passabel, jedoch hatte ich Angst, mich in einer extremen Situation wie der Geburt, nicht richtig ausdrücken zu können.

Ich machte mich auf die Suche nach einer Hebamme, die mich als Beleghebamme ins Krankenhaus begleitet und die bestenfalls auch deutsch spricht. Ich stieß über das Internet auf Sabine. Wir waren uns beim ersten Beratungsgespräch auf Anhieb sympathisch und ich entschied mich sofort für sie als betreuende Hebamme. Geplant war ursprünglich, dass sie mich als Beleghebamme ins Westminster and Chelsea Hospital begleitet.

Ich erzählte Sabine im Verlauf der antenatalen Besuche von meinen Ängsten vor der Geburt. Ich wünschte mir eine natürliche Geburt, da ich aber bei der ersten eine PDA hatte, wusste ich immer noch nicht, wie es sich anfühlt ein Kind zu gebären. Sabine empfahl mir einen Hypnobirthing Kurs.

Letztendlich war es eine der besten Entscheidungen, diesen Kurs zu buchen. Wir hatten wirklich Glück und waren das einzige Paar, dass sich zu dem Kurs angemeldet hatte. Die Kursleiterin Stacy rief mich daraufhin an und bot uns an, den Kurs bei uns zu Hause abzuhalten. In der privaten Atmosphäre arbeiteten wir zuerst meine erste Geburt auf. Mir war nicht bewusst, wie traumatisch eigentlich meine erste Geburt für mich war. Und plötzlich war es für mich glasklar: Ich will nicht mehr ins Krankenhaus. Ich möchte mein Baby zu Hause zur Welt bringen, in einer Umgebung in der ich mich wirklich sicher und wohl fühle!

Ich teilte Sabine meine Entscheidung beim nächsten Termin mit und wir machten uns an die Planung für die Hausgeburt.

Ich bestellte den Birthpool, las „die selbstbestimmte Geburt“ von Ina May Gaskin, sowie zahlreiche positive Geburtsberichte über Hausgeburten und schaute Hypnobirthing Videos auf YouTube.

Zum errechneten Termin kam meine Mutter zu Besuch. Sie sollte sich um meine Erstgeborene kümmern. Wie unser erstes Mädchen lies Nr. 2 auf sich warten und ich wurde langsam ziemlich ungeduldig. Am Abend bevor es dann endlich losging, machten mein Mann und ich noch einen Pärchenabend und gingen Sushi essen. Auf dem Heimweg teilte ich ihm mit: „Ich glaube, heute Nacht geht es los.“ Und so kam es dann auch. Zwischen 2 und 3 Uhr Nachts, acht Tage nach ET setzten die Wehen ein. Ich blieb zunächst im Bett liegen und versuchte noch etwas zu schlafen. Gegen 5 Uhr stand ich auf, weil ich Hunger hatte. Ich machte mir Frühstück und setzte mich ins Wohnzimmer vor den Fernseher. Um 6 Uhr kamen die Wehen schon ziemlich regelmäßig alle 5 Minuten, waren aber noch nicht so intensiv. Ich rief Sabine an und ihr mitzuteilen, dass es langsam losgeht. Gegen halb 8 wachten meine Tochter und mein Mann auf. Er baute den Birthpool auf. Meine Mutter bereiteten das Frühstück vor. Ich legte mich in die Badewanne, jedoch hielt ich es dort nicht lange aus. Meine Wehen wurden wieder schwächer. Nachdem meine Mutter mit meiner Tochter auf den Spielplatz ging, legte ich mich noch mal ins Bett und schlief fast eine Stunde. Gegen 12 Uhr wurde ich wieder von stärkeren Wehen geweckt und einem Druckgefühl im Becken. Ich benachrichtigte Sabine, die sich auf den Weg machte und vorsichtshalber die diensthabenden NHS Hebammen vom Cherry Team vorbeischickte, die hier gerade in der Gegend unterwegs waren. Während die beiden mich untersuchten, traf auch Sabine ein. Die Wehen kamen wieder regelmäßig. Ich blieb noch eine Weile im Schlafzimmer, während Steffen den Pool füllte und stieg dann ins Wasser. Es war richtig schön angenehm im Pool. Draußen regnete es, mein Mann machte entspannende Musik an und las mir aus „Hector geht auf Reisen“ vor, während ich meine Wehen veratmete. Gegen 15:00 Uhr wurden die Wehen sehr intensiv. Eine heftige Wehe folgte der nächsten. Dazwischen hatte ich fast keine Pause mehr. Steffen war die ganze Zeit an meiner Seite und unterstütze mich, wo er nur konnte - massierte mir den Rücken und versorgte mich mit Getränken und Traubenzucker. Nach zwei Stunden war ich total erschöpft und wollte mich nur noch hinlegen. Sabine untersuchte gegen 17.15 Ubr meinen Muttermund. Mist, er war nur 5 cm geöffnet und der Gebärmutterhals hatte sich auch fast gar nicht verkürzt. Um 17.30 kam dann meine Mutter mit meiner Tochter zurück. Steffen zeigte ihr kurz die Mama im Pool und erklärte ihr, dass sie sich keine Sorgen machen müsse und das Baby bald kommt.

Sabine merkte an, dass es jetzt durchaus zum Wehenstillstand kommen könne, da meine Erstgeborene jetzt zu Hause ist und die Geburt dann erst weitergeht, wenn sie schläft. Ich bekam Panik: „Sie geht doch aber vor halb 10 - 10 Uhr nicht ins Bett!“ Ich hatte das Gefühl, solange nicht mehr durchhalten zu können. Sabine sagte, sie habe Lachgas angefordert, das in einer halben Stunde eintreffen würde. Jedoch schien sich innerhalb von ein paar Minuten der Muttermund geöffnet zu haben und ich sagte nur noch „Ich fange jetzt an zu pressen!“ Die Presswehen waren zwar harte Arbeit, ich empfand sie aber als eine totale Erleichterung. Schließlich spürte ich, wie die Fruchtblase platzte. Kurz darauf kam der Kopf und unser zweites Mädchen wurde um 18.05 Uhr geboren. Stolz hielt ich Sie in den Armen. Ich war so glücklich. Mein Mann machte Fotos und holte meine Mutter und meine kleine große Tochter um das Baby kennenzulernen. Es war für alle ein sehr emotionaler Moment. Ich legte mein Baby noch im Pool an und stillte sie.

Die Nachwehen waren sehr intensiv und ich schon total ko. Nach einer Weile stieg ich aus dem Pool, damit Sabine mir die Injektion zur Lösung der Plazenta geben konnte. Auf das Lachgas, das inzwischen eingetroffen war, griff ich gerne zurück, doch es verfehlte seine Wirkung. Resigniert fragte ich nach einem Glas Sekt. Sabine erklärte der zweiten anwesenden Hebamme, dass ein kleines Glas Alkohol die Oxitocin Bildung anregen könne. Ich trank das Glas zügig. Sabine sagte, ich solle nun einmal tief in den Bauch husten. Die Plazenta kam und ich hatte es geschafft!

Glücklich lag ich mit meinem Baby auf dem Sofa und stillte. Es war so schön zu Hause zu sein, umgeben von meiner Familie, den wichtigsten Menschen auf der Welt.

Zudem hatte ich keinerlei Geburtsverletzungen erlitten, der Damm war komplett intakt geblieben, ich hatte noch nicht einmal einen kleinen Hautriss.

Auch wenn die Geburt ziemlich lange gedauert hat, war es für mich ein durchgängig positives Ereignis. Ich würde es immer wieder so machen.

Der Hypnobirthing Kurs und die vielen positiven Geburtsberichte haben mir geholfen zu verstehen, dass es okay ist, wenn eine Geburt länger dauert und der Körper sich die Zeit nimmt, die er braucht.

Aus der Sicht des Vaters:

Aus Sicht des Vaters möchte ich einige für mich wichtige Punkte ergänzen. Für uns war es wichtig, dass sich die zweite Geburt besser anfühlt als die Erste. Während des Hypnobirthing Kurses wurde mir erst bewusst, wie unangenehm sich meine Frau während der ersten Niederkunft gefühlt hatte. Dies bekräftige meine Absicht, ihren Wunsch, eine Hausgeburt zu machen – bei allem vermeintlichen zusätzlichen Aufwand -, umzusetzen. Sabine half uns dabei. Anfangs war ich skeptisch, falls sich ernste Situationen entwickeln, die in einem Krankenhaus ggf. besser zu bewältigen sind. Durch Aufklärung, Abstimmung und Vorbereitung, insbesondere durch Sabine und den Kurs, konnten wir beide diese Risiken minimieren. Klar war auch, dass eine Hausgeburt nicht stattfinden kann, wenn sich Risiken während der Schwangerschaft entwickeln.

Die Geburt selbst, war auch für mich etwas ganz Besonderes. Als Vater war ich aktiv dabei und konnte das Umfeld und die Atmosphäre mitgestalten. Ich baute den Pool auf, sorgte für das Wohl des „Unterstützungspersonals“, spielte Entspannungsmusik und unterstützte meine Frau, wo es nur ging – Vorlesen, Massieren, Streicheln, usw. Dies allein gab mir eine ganz andere Bedeutung als bei der ersten Geburt, wo ich zwar auch meine Frau auf ihrem Weg begleitete, jedoch eher Zaungast war. Die Betriebsamkeit des Krankenhauses bei der ersten Geburt war definitiv ein Stressor, der diesmal wegfiel. Sabine und auch die NHS Hebamme hielten sich im Hintergrund. So wurde die Geburt eine besondere, intime und sehr persönliche Erfahrung für uns. Auch unsere ältere Tochter konnte ich auf diesem Weg mitnehmen und muss feststellen, dass sie vielleicht zeitweise eifersüchtig ist, aber ihre Anwesenheit von Beginn an akzeptiert hat. Als Vater muss ich sagen, war diese Variante eine wundervolle Erfahrung, die sich tief bei mir eingebrannt hat.

Fee Minatti
Fee Minatti , Hamburg

Meine Geschichte handelt von 2 1/2 Hausgeburten. Als ich schwanger wurde und zum Arzt ging, wurde als erstes und ohne Aufklärung mein Bauch geschallt. Was mir damals auch gefiel, immer hin hatte ich so das kleine Würmchen zum ersten mal sehen können und die Schwangerschaft fühlte sich wirklich an. Schnell musste es dann gehen, hatte ich von meinen Freundinnen gehört, wenn man noch eine Hebamme finden wollte. Zum Glück landete ich auf Anhieb einen Volltreffer im Hebammenhaus Dresden. Dort fühlte ich mich bestens Aufgehoben und wurde zu allen Untersuchungen aufgeklärt und beraten.

Da ich selbst auf Wunsch meiner Mutter zu Hause geboren wurde, damals vor 26 Jahren, stand für mich schnell fest, dass es eine außerklinische Geburt werden solle. Für meinen Partner war es jedoch eine schönere Vorstellung ins Geburtshaus zu gehen. Das war mir ganz recht. Schlussendlich kam dann doch alles anders und wir sind zu Hause geblieben. Dort konnte ich trotz Blasensprung und lang anhaltender Wehen meinen ersten Sohn auf die Welt bringen und das Gefühl im eigenen Bett zu sein und von niemandem gestört zu werden sonder sich einfach von dem Baby und Geschehnis überwältigen zu lassen ist unbeschreiblich.

Die zweite Schwangerschaft verlief ebenso unproblematisch wie die erste so dass klar war für uns, dieß mal bleiben wir gleich zu Hause, wenn nix dagegen spricht. So kam es auch. Der große Sohn schlief, die wunderbare Hebamme kam zu später Stunde und ich konnte die Geburt absolut selbst bestimmen. Auch der zweite Knirps kam wunderbar gesund und munter zur Hause zur Welt. Dann wachte der große auf und wir kuschelten nachts kurz zu viert. Unbeschreiblich. Leider wollte die Plazenta sich nicht lösen, so dass wir dann doch noch ins Krankenhaus rauschen musste. Ich bin den Ärzten sehr dankbar, dass sie mir halfen und fühle mich im Dresdner Diakonissen Krankenhaus gut aufgehoben.

Trotz der Komplikationen und halben Geburt im Krankenhaus würde ich alles sofort wieder so machen und finde es gibt für den Start ins Familienleben neben der Familie selbst nichts wichtigeres als eine Hebamme, der man vertrauen kann. Ich bin unseren Hebammen für immer dankend verbunden, sie haben zum Wunder unserer Geburten maßgeblich großteils beobachtend mit beigetragen.

Miriam , Dresden

Meine beiden großen Kinder sind in einem wundervollen Geburtshaus zur Welt gekommen. Meine Geburten verliefen schnell und verhältnismäßig schmerzlos. Die Hebammen staunten immer wieder darüber und freuten sich mit uns.

Da unser drittes Kind, wie die beiden anderen, ein Winterkind wurde, überlegte ich mir, das Kind zu Hause zu bekommen. Zumal wir immer eine Anfahrt von einer halben Stunde hatten... Außerdem fand ich es bei der zweiten Geburt unangenehm schon 2 Stunden nach der Geburt eine halbe Stunde nach Hause fahren zu müssen.

Nach der unkomplizierten Geburt unseres Dritten konnte ich mich also gleich in unser Bett legen und das Kind genießen. Es dauerte nicht lange und die beiden Großen wurden wach. Und schließlich konnten wir alle 5 gemeinsam den Morgen im elterlichen Bett begrüßen. Es war einfach nur schön!!!!

Drei Jahre später machte sich unser viertes Kind auf den Weg. Auch hier war mir klar, dass die Hebamme, die schon bei den drei anderen Geburten dabei war, uns wieder begleiten sollte. Und auch dieses Mal ging alles ganz schnell-viel schneller als auch die Hebamme erwartet hatte. Unsere Tochter kam mitten am Tag auf die Welt - kurz bevor unsere drei Großen vom Kindergarten nach Hause kamen.

Ein weiterer schöner Nebeneffekt ist, dass wir uns nicht um eine Kinderbetreuung für die Großen kümmern mussten.

Alle meine 4 Geburten waren ein Segen. Und meine Hebamme selbst auszuwählen, sie zu mir nach Hause einzuladen und mich jederzeit unterstützt zu wissen, hat mir sehr gut getan. Und zu wissen, dass sie mich kennt, war auch eine Wohltat.

Ich wünsche mir von Herzen, dass auch meine Kinder das Geschenk erleben können, die Geburtsorte und Hebamme selbst wählen zu können. Ganz so, wie es ihnen gefällt und gut tut.

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Kathrin , Osnabrück

Unsere erste Tochter wurde ganz entspannt und wunderschön Zuhause geboren. Es war ein wunderschönes Erlebnis! Wir hatten alle Zeit der Welt. Unsere Hebamme hat uns das letzte Stück begleitet, hat uns aber unseren Weg finden und gehen lassen - sie hat zu keinem Zeitpunkt störend eingegriffen.

Nachdem unsere Tochter dann morgens auf der Welt war, haben wir bei Sonnenschein zusammen gefrühstückt und nachdem unsere Hebamme gegangen war, zusammen auf dem Sofa gelegen und die ersten gemeinsamen Stunden genossen.

Diese Momente werden unvergesslich bleiben! Das war unsere Zeit - ganz für uns alleine und ohne dass uns irgendjemand oder irgendwas störte!

Wir fühlten uns zu jedem Zeitpunkt sicher und gut aufgehoben. Es war vereinbart, das, sobald einer von uns - mein Mann, die Hebamme oder ich ein schlechtes Gefühl, Angst oder ähnliches bekommen würde, wir sofort in die Klinik fahren würden.

Aber zu keinem Zeitpunkt hatten wir irgendwelche Zweifel. Wir waren uns alle absolut sicher, dass alles gut werden würden und sich unsere Tochter - gemeinsam mit mir - ihren Weg suchen würde.

Es war ein wunderschönes Erlebnis - eines, dass jeder Familie ermöglicht werden sollte.

Unser zweites Kind wurde ebenfalls zuhause geboren - in der 12 SSW.

Wir wussten bereits einige Zeit vorher, dass es nicht mehr lebte und es somit zu einer Fehlgeburt kommen würde. Die Gynäkologin, die dieses feststellte, überwies mich direkt in die Klinik. Nach Rücksprache mit meiner Hebamme und einer Zweitmeinung durch eine weitere Gynäkologin, entscheiden wir uns abzuwarten und den Dingen ihren Lauf zu lassen.

In unserem Fall die richtige Entscheidung. Nach einigen Tagen machte sich unser Kind auf den Weg und auch diesmal erlebten wir eine schöne Hausgeburt. Auch dieses Kind wurde Zuhause, in aller Ruhe und irgendwas Störendes geboren. So konnten mein Mann und ich es in aller Ruhe in Empfang nehmen und uns gleichzeitig in aller Ruhe von ihm verabschieden.

Somit hatte auch dieses traurige Erlebnis eine friedvolles Ende - wir konnten unseren Frieden mit dieser Schwangerschaft und der Fehlgeburt machen.

Diese Entscheidungsfreiheit - sowohl bei einer "normalen" Geburt, wie auch bei einer Fehlgeburt sollten alle Frauen und Ihre Familien haben! Wir sind "frau" genug, können uns selber ausreichend informieren und haben sehr gut ausgebildete Hebammen - diese Entscheidung muss und darf uns keiner abnehmen!

Es ist schon bemerkenswert, dass selbst im europäischen Ausland - Niederlande, Skandinavien, etc. Geburten anscheinend so viel risikoärmer sind, dass sie dort "routinemäßig" Zuhause stattfinden können - warum in Deutschland nicht?

Almut , Bonn

Unsere Tochter Pia wurde bei uns zu Hause geboren. Eine Hausgeburt oder eine Geburt im Geburtshaus hatte ich mir im Vorfeld nicht zugetraut. Beim ersten Kind weiß man ja nicht was da auf einen zukommt. Die Möglichkeit von Schmerz erleichternden Maßnahmen, wie es so schön heißt, wollte ich nicht komplett ausschließen. Wir hatten das Glück einen Betreuungsplatz bei zwei wunderbaren Beleghebammen zu bekommen, die auch Hausgeburten betreuen und auch bei geplanten Klinikgeburten zunächst zu einem nach Hause kommen. Der eigentliche Plan war möglichst lange zu Hause in der vertrauten Umgebung bleiben und anschließend für die eigentliche Geburt gemeinsam in die Klinik zu fahren. Aber, wie gesagt, beim ersten Kind weiß man nicht was auf einen zukommt. Die Wehen waren von Anfang in relativ kurzen Abständen und für mich in der Badewanne am besten auszuhalten. Als unsere Hebamme meinte wir müssten langsam mal los konnte ich mir die Autofahrt nicht mehr vorstellen. Außerdem hatte ich Angst, dass die ungewohnte Klinikumgebung, das fremde Klinikpersonal, sowie die medizinischen Untersuchungen die natürliche Geburt stören und verzögern würden. Da unsere Hebamme nur meine „kein Problem dann bleiben wir hier“ war ich sehr erleichtert. So wurde Pia in unserer Badewanne geboren. Im Nachhinein wurden wir von vielen gefragt „hattet ihr keine Angst?“ oder „danach seid ihr dann aber in die Klinik oder?“ Wozu? Pia ging es gut und die U1 kann auch eine Hebamme durchführen. Auch mein Damm wurde mit örtlicher Betäubung von unsere Hebamme genäht. Dank unserer erfahrenen und engagierten Hebammen hatten wir zu keinem Zeitpunkt Angst oder Bedenken. Es wäre mehr als Schade wenn spontane Entscheidungen und Hausgeburten „über Termin“ (auch Pia hat sich noch 6 Tage Zeit gelassen) in Zukunft nicht mehr möglich sein sollen. Uns ist bewusst, dass schon jetzt nicht alle das Glück haben eine Hebamme zu finden, die Beleg- und Hausgeburten anbietet.

Evi , Heidelberg

Ich habe mein erstes Kind im Krankenhaus entbunden. Es war eine völlig unkomplizierte Geburt, und das Drumherum des Krankenhauses empfand ich damals als normal. Das ist ja schließlich das Normale, oder nicht? Lediglich im Nachhinein habe ich mich gefragt, ob der Dammschnitt wirklich nötig war... Ich möchte aber eigentlich kein böses Wort über das Klinikpersonal verlieren. Ich fühlte mich im Großen und Ganzen gut betreut. Dennoch habe ich mich vor meiner zweiten Schwangerschaft gefragt: muss ich wirklich ins Krankenhaus fahren? Wie wäre es, mit dem neugeborenen Baby in meinem eigenen Bett zu liegen und mich auszuruhen, statt von täglich wechselnden Hebammen, Ärztinnen und Physiotherapeuten besucht zu werden?

Ich bin meine zweite Entbindung ganz anders angegangen. Dabei ging es mir fast weniger um die Geburt selbst als um die Zeit danach. Und als wir uns dann nach dem ersten Vorgespräch für diesen Schritt entschieden hatten (mein Mann war zu Anfang noch skeptisch), da durften wir den großen Unterschied zwischen Hausgeburtsbetreuung und Klinikgeburt erleben. Meine Hebamme wurde zum gern gesehenen Gast in unserem Haus, die "Termine" mit ihr würde ich eher als nette Treffen beschreiben. Meine Frauenärztin war zu Anfang auch sehr skeptisch, verlor aber ihre Scheu, als sie mitbekam, mit welcher Sorgfalt und Kompetenz (und auch mit klaren Worten) meine Hebamme mich betreute. Ich empfand es so: die Ärztin und die Hebamme ergänzten sich wunderbar. Die Ärztin schien zuständig für die medizinischen Fakten, die Hebamme ergänzte das und kümmerte sich außerdem viel besser und eingehender um meine Wehwechen und Sorgen und nahm sich Zeit, Dinge ausreichend zu erklären. Hätte ich wählen müssen, ich hätte lieber auf die Ärztin verzichtet als auf die Hebamme - aber ich war froh und dankbar, beides zu haben!

Und unter der Geburt - es macht einen riesigen Unterschied (schon bei meinen schnellen, unkomplizierten Geburten, wieviel mehr bei komplizierten, langen, schwierigen Entbindungen!), ob jemand dabei ist, der Dich kennt oder ob das ein/e Fremde/r ist. Meine Hebamme wusste, wovor ich Angst hatte, und ich wusste, dass sie es wusste. Ich konnte mich fallen lassen. Meine Hebamme war in der ganzen Zeit dabei und achtete sehr sehr genau auf das, was mit mir vorging - sie hätte jede Veränderung sofort wahrgenommen. Meine Hebamme kannte mich - für ein intimes Ereignis (und das ist die Geburt - das wusste ich vorher auch nicht!) macht das einen großen Unterschied!

Ich weiß natürlich nicht, wieviel davon der Tatsache geschuldet ist, dass ich mein zweites Kind zur Welt brachte und schon ein bisschen wusste, was auf mich zukommt. Dennoch: Dopton statt CTG, vertraute Umgebung, vertraute Menschen, keine Hektik, keine Ansagen - es war schön.

Ja, und nach der Geburt waren wir zu Hause. Kein Trubel, keine fremden Leute - nur wir und unser kleiner Familienzuwachs. Die ganze Wochenbettzeit habe ich als viel ruhiger, zurückgezogener und irgendwie "verwunschener" in Erinnerung, obwohl da ja ein großes Geschwisterchen durch die Räume tobte!

Mein Mann überwand seine anfängliche Skepsis übrigens noch schneller als die Frauenärztin und ist in der Zwischenzeit ein leidenschaftlicher Verfechter von Hausgeburten. Er sagt, die Geburt selbst lief viel viel ruhiger und entspannter ab, wir alle waren geborgen - und ein Sicherheitsrisiko entstand durch die kontinuierliche Überwachung durch die Hebamme (statt gelegentlichem Hereinschauen und CTG schreiben) auch nicht.

Ich hätte mich bei meiner ersten Geburt nicht getraut, zu Hause zu entbinden, und ich verstehe, dass sich viele Frauen das nicht trauen. Aber wenn ich nochmal zum ersten Mal schwanger wäre, würde mir wenigstens eine Beleghebamme suchen, also jemanden, den ich vor der Geburt kennenlernen kann und der mich dann während der ganzen Entbindung und danach begleitet. Und ich würde nach der Geburt möglichst schnell nach Hause fahren.

Ich wünsche mir, dass Haus- und Beleggeburten wieder häufiger werden. Ich finde, Geburt ist mehr als ein medizinisches Ereignis, und gerade wenn es "scheiße" läuft, braucht man jemanden an seiner Seite, dem man vertraut - dann wird vielleicht auch aus einer schwierigen Geburt kein traumatisches Erlebnis.

Sind das alles Luxuswünsche? Das finde ich nicht. Eine Geburt ist ein einschneidendes Erlebnis, war es jedenfalls für mich. Ich habe nichts so Großes und Gewaltiges bisher erlebt, und in wenigen Situationen meines Lebens war ich so verwundbar. Dieser Aspekt wird in unserer sachorientieren Medizin gern vergessen. Keine von uns wünscht sich die Krankenhäuser, Kreißsäle und Kaiserschnitte fort - im Fall der Fälle sind sie unverzichtbar. Aber sie sind nicht das Wesentliche bei der Geburt.

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