#zuhausegeboren

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Wie war Ihre Hausgeburt?

#zuhausegeboren

Frauen haben die Wahl, ihr Kind in einem Krankenhaus, in einem Geburtshaus oder zuhause zur Welt zu bringen. In der Vergangenheit haben die Krankenkassen gedroht, dieses Wahlrecht durch verbindliche und nicht wissenschaftlich belegte Ausschlusskriterien für Hausgeburten einzuschränken. Dabei treffen Hebammen und die Frauen kompetente und verantwortungsbewusste Entscheidungen, wie Ihre Berichte von Hausgeburten eindrucksvoll zeigen.

Zahlreiche Menschen haben unter dem Hashtag #zuhausegeboren ihre persönliche Geschichte geteilt. Wir freuen uns, auch Ihre zu hören! Sie können auch ohne Foto und anonym mitmachen.

Stefanie Müller , Scheinfeld

Haus-Geburtsbericht von Clara Evelin

 

16.02.11

 

Nach dem Kaffee bei Oma und Opa bin ich zum einrenken gefahren.

Die Dauerrückenschmerzen waren alles andere als schön, auch die Hüfte tat wieder weh.

Micha hat das ISG wieder gerichtet und mir sämtliche Wirbel wieder eingerenkt

Abends war ich etwas aufgewühlt, hab Stefan aber trotzdem auf Nachtschicht geschickt.

 

17.02.11

 

Paul wach um 4:00 auf und braucht nen Schluck Wasser.

Als er wieder am einschlafen ist, kommt ne relativ schmerzhafte Wehe.

Es zieht im Rücken und im Bauch und ich muss schon etwas konzentrierter atmen.

Erst hab ich nix drauf gegeben, wegen dem Fehlstart vor einer Woche.

Aber als die 2. Wehe nach 5 min kam, hab ich stefan gesimst, das es wohl los geht und ich ihm nochmal bescheid sage.

Ich musste aufstehen, hatte Angst Paul zu wecken.

Also bin ich mit Babyfon und Handy als Stopuhr an den PC, aufs Klo und später dann runter um die Omi zu wecken und Gaby anzurufen.

Omi wusste gleich was los ist

Gaby war auch begeistert und sagte, dass sie sich auf den weg macht.

Die Wehen waren da relativ unregelmässig:

Langer Abstand (5-7min) – starke Wehe

Kurzer Abstand (3-4min) – schwächere Wehe

Stefan kam kurz nach halb 6 nach hause und war total relaxt.

Omi machte sich um 6:00 auf den Weg zum Bäcker und brachte frische Brötchen und nen Laugenstange für Paul mit

Gaby traf kurz vor ihr hier ein und freute sich mit uns.

Stefan war nach Meldung von Paul im Schlafzimmer verschwunden und kam mit ihm wieder runter.

Wir frühstückten alle zusammen und Gaby musste über die Tatsache lachen, das sie vor 25 Jahren den Bäcker entbunden hat, der die Brötchen backte

Stefan war so müde von der Nachtschicht, dass er sich noch mal hinlegte.

Paul spielte mit Omi im Wohnzimmer und merkte, dass was anders ist.

Gaby und ich sind dann hoch um mal zu schauen, wie es aussieht.

Um ca. 7:30 war der MuMu schon 4 cm auf aber noch nach hinten geneigt.

Die Blase stand auch noch und machte alles erträglicher.

Ich sollte mal versuchen, ob ich die wehen im 4-füßler auhalten kann, dann kann der kopf, den MuMu in die Mitte schieben.

4-füßler war super, also kniete ich im Wohnzimmer über der Coucharmlehne mit decke unter der Knien und erklärte Paul mit dem Buch „Runas Geburt“ was gerade mit Mama passiert.

Um 8:30 wollte ich dann unbedingt in die Badewanne und lies mir Wasser ein, während Gaby ihr Hausbesuche absagte

Ich veratmete eine Wehe nach der anderen.

Clara lag in SL II und ich fand auch die rechte Seite besser, dreht mich nur ab und zu mal, um warm zu bleiben, weil das bad noch nicht ganz aufgeheizt war.

Eine Wehe musste ich dann mal auf dem Rücken liegend ertragen und fand es echt heftig *aua

Um 9:30 ging der Radio im Bad aus, da wusste ich, dass ne stunde um war.

Gaby machte ihn wieder an und fragte, ob Sie mal tasten soll.

Ein Anruf kam dazwischen und wir mussten noch 3 heftige Wehen warten, bis mal wieder etwas Pause war.

Um 9:52 hat Sie getastet: MuMu komplett verstrichen, Blase steht noch – wenn ich will, darf ich mitschieben!

Ich war ganz perplex und meinte nur, dass sie erstmal Stefan wecken soll.

Das tat sie und sie rief auch gleich Rita an, die noch dazu kam.

Kaum war Stefan da, musste ich schon mitschieben und merkte, wie der Kopf ins Becken rutschte.

Es brante kurz, was ich auch sagte „Es brennt, gleich ist sie da!“

Gaby sagte „ich seh noch nix, oh doch da kommt der Kopf!“

Ich wollte diesmal runter langen, konnte aber nicht.

Die Blase platze und ich musste mich festhalten, so groß wurde der Druck.

Die nächste Wehe kam, ich drückte mit, Clara schob mit.

Der Kopf war da, ich konnte nicht mehr aufhören und musste weiter schieben -

10:04 Clara schlupft ins Wasser und wird mir gereicht.

 

Ich war total erstaunt, wie schnell das jetzt ging.

Aber noch erstaunter war ich, wie klein und zart sie doch ist

 

Sie lag auf meinem Bauch und das erste was ich noch wollte, war Paul da haben.

Rita holte ihn mit meiner Mum und er kam aus dem staunen nicht herraus.

Meine Mum musste gleich weinen vor Glück.

 

So gingen 45 min ins Land, in denen wir sie nur bestaunten und sie die erste Brust leerte.

Die Nachwehen hatten die Plazenta schon gelöst, aber geboren wurde sie erst auf der Toilette.

Nach genau einer Stunde – wie bei Paul auch.

Nach dem die Plazenta geboren wurde, durfte ich die Nabelschnur durchtrennen.

Paul schaute in der Zeit mit seinem Onkel eine Folge Yakari von der DVD die Clara ihm mitgebracht hat

Jetzt gratulierten auch Gaby und Rita zur Tochter, denn erst jetzt ist die Geburt abgeschlossen

 

Sie richteten mein Lager im Kinderzimmer.

Dann zogen Clara und ich ins Bett um und stillten die andere Seite.

Gaby bereitete alle für die U1 vor und füllte das gelbe Büchlein soweit aus.

 

Clara hatte ein Geburtsgewicht von 3310g und eine Länge von 51cm.

Der Kopfumfang betrug 33,5cm.

 

 

Irgendwann ass ich in der Wanne noch ein Käsebrötchen, weiß aber nicht genau, wo das rein gehört.

Denise Wilk
Denise Wilk , Berlin

Mein erstes Kind habe ich 1995 in der Berliner Charité bekommen. Es war kein schlimmes Geburtserlebnis, aber die Geburt war überhaupt nicht selbstbestimmt. Natürlich lag ich auf dem Rücken, es gab einen Dammschnitt und während der Geburt wurde mir solange auf dem Bauch rumgedrückt, bis ich Sterne sah.



Als ich dann fünf Jahre später wieder ein Kind erwartete, stand fest, dass ich es anders zur Welt bringen wollte. Ich war mir sicher, dass es nicht so laufen musste wie bei der Geburt meines ersten Sohnes. Es musste andere Möglichkeiten geben, ein Kind zu bekommen. Deshalb entschied ich mich, nachdem ich mich gut informiert hatte, für eine Hausgeburt, bei meinem zweiten und auch bei meinen vier weiteren Kindern. Es war jedes mal ein total unterschiedliches Geburtserlebnis. Aber ich habe mich immer gut aufgehoben und betreut gefühlt.

Bedenken hatte ich nicht. Ich hätte mir viel mehr Sorgen gemacht, wenn in eine Klinik gegangen wäre. Dort gibt es so viele Faktoren, auf die ich keinen Einfluss habe, wie zum Beispiel multiresistente Krankheitskeime. Außerdem ist es absolute Glücksache, ob man zufällig an gutes medizinisches Personal gerät. Meist sind Klinikrichtlinien und andere Zwänge (wirtschaftliche oder personelle) viel wichtiger als die Wünsche der Frauen.



In besonders guter Erinnerung sind mir meine letzten drei Geburten. Da hatte ich endlich die Hebamme gefunden, die sich perfekt auf die Geburtssituationen und meine Bedürfnisse einstellen konnte. Jede Geburt ist individuell und anders. Mein jüngstes Kind, das inzwischen anderthalb Jahre alt ist, habe ich in der Badewanne bekommen. Das hatte ich mir vorher nicht vorstellen können, aber dann passte es einfach.

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